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Barmstedter Zeitung

25. November 2017 | 03:19 Uhr

Grassmé-Film: Premiere in Berlin?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Abgedreht Dokumentation über den Einsiedler aus dem Moor bei Hörnerkirchen soll im Zuge der Berlinale uraufgeführt werden

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Es dauert länger als gedacht, aber nun steht der Film über den 1992 gestorbenen Eigenbrötler und Einsiedler Ernst Otto Karl Grassmé kurz vor der Fertigstellung. Das kündigt der Regisseur, Kameramann und Künstler Kai Ehlers an. Er hoffe, dass der Film im Winter fertig sei, so der Filmemacher aus Berlin. Die Premiere ist für Anfang 2018 geplant. Wenn alles optimal läuft, werde die Uraufführung im Rahmen der Berlinale stattfinden. Ehlers will den Film für das Forum einreichen. „Natürlich wird er auch in der Region Hörnerkirchen zu sehen sein“, kündigte Ehlers an. Gerade drehe er die letzten Einstellungen nach.

Im Sommer 2015 berichtete unsere Zeitung erstmals über das Filmprojekt, das dank zahlreicher Spender weitgehend mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert wird. „Der Film wird etwa 80 Minuten lang und damit etwa 20 Minuten länger als ursprünglich geplant“, so Ehlers. Generell sei „die Entwicklung der Geschichte aufwändiger gewesen als gedacht“. Das sei ein Grund für den Zeitverzug. Ursprünglich war angedacht, dass der fertige Film schon in diesem Frühjahr seine Uraufführung hätte erleben sollen. Der zweite Grund: „Als Freiberufler muss man immer mal andere Jobs dazwischen schieben.“

„Ernst Otto Karl Grassmé – Ein Heimatfilm“ lautet der Arbeitstitel des Dokumentar-Streifens über den 1992 gestorbenen Mann, der im Moor zwischen Brande-Hörnerkirchen, Westerhorn und Horst lebte. Auch zahlreiche Leser unserer Zeitung hatten ihren Teil zum Film beigetragen. Regisseur Ehlers hatte Zeitzeugen um Mithilfe gebeten, und etliche Menschen aus der Region trugen ihr Wissen über Grassmé bei. „Der Narr vom Bokelsesser Moor“ hieß der ursprüngliche Arbeitstitel – und er verrät schon viel über das Leben des Protagonisten.

Neben den Crowdfunding-Geldern wurden 4000 Euro von der Filmwerkstatt Kiel für den Rechercheaufwand bewilligt. In den Anmerkungen der Filmförderung ist zu lesen: „Der Film ist die dokumentarische Rekonstruktion eines einmaligen Lebens. Von den Nazis zwangssterilisiert und zum Bombenräumen abkommandiert, verliert der Adventist Grassmé seine Fähigkeit, in dem, was die anderen Normalität nennen, zu leben und zu vergessen. Anstatt in einer Heilanstalt sein Leben zu fristen, beginnt Grassmé mit Hilfe seiner Frau ein Leben als Einsiedler auf dem Paradiesgrundstück, wo er 40 Jahre lebte.“



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