Kriminalität im Amt Hörnerkirchen : Graffiti-Serie lässt Fallzahlen steigen

Nach keiner einzigen Tat in 2016 hat es im Amtsbezirk Hörnerkirchen im vergangenen Jahr 13 Fälle gegeben, in denen fremdes Eigentum mit Graffiti besprüht wurden. Das führt zu einem leichten Anstieg der Fallzahlen.
Nach keiner einzigen Tat in 2016 hat es im Amtsbezirk Hörnerkirchen im vergangenen Jahr 13 Fälle gegeben, in denen fremdes Eigentum mit Graffiti besprüht wurden. Das führt zu einem leichten Anstieg der Fallzahlen.

Kriminalitätsstatistik für den Amtsbezirk Hörnerkirchen: Die Polizei registriert 162 gemeldete Fälle in 2017 – 13 mehr als im Vorjahr.

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18. Juli 2018, 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Ob in Bokel, Osterhorn, Westerhorn oder Hörnerkirchen: Unbekannte haben im vergangenen Jahr in insgesamt 13 Fällen Graffiti im Amtsbezirk Hörnerkirchen hinterlassen. Die Sachbeschädigungen führen dazu, dass die Kriminalitätsstatistik für das Amt Hörnerkirchen im vergangenen Jahr etwas höher als noch in 2016 ausfällt. Wie Stationsleiter Marco Kolmschlag berichtete, seien im Bereich der Kriminalität in 2017 insgesamt 162 Fälle bekannt geworden – 13 mehr als im Vorjahr, als es keine Sachbeschädigung durch Graffiti gab. „Es war ein relatives ruhiges Jahr“, so Kolmschlags Bilanz. Zum Beispiel habe es keinen einzigen Einbruch gegeben. Die Aufklärungsquote stieg leicht von 51,6 Prozent auf 52,7 Prozent an. Die Quote im Amtsbezirk liege damit knapp unter dem Landesdurchschnitt. In Schleswig-Holstein waren laut Polizei im vergangenen Jahr 53,9 Prozent aller Taten aufgeklärt worden.

Die Sachbeschädigungen durch Graffiti seien eine kleine Serie gewesen, so der Stationsleiter weiter. „Dieses Jahr gab es das auch wieder.“ Beschmiert worden sei in der Vergangenheit unter anderem ein kleines Häuschen am Klärwerk in Bokel. Die Spuren der Beschädigungen ziehe sich von dort aus dann weiter durch den kompletten Amtsbezirk – über Osterhorn und Westerhorn sowie die Straßen Am Beek und Dorfstraße bis hin zum Bahnhof Dauenhof. „Auf dieser Strecke haben wir häufiger Sachbeschädigungen. Das taucht in jedem Dorf auf. Wenn jemand etwas gesehen hat, darf er sich gern bei uns melden“, sagt Kolmschlag. Die Station in Hörnerkirchen ist unter der Rufnummer (0 41 27) 95 62 zu erreichen. Zum Teil habe man auch verfassungsfeindliche Symbole entdeckt. Die Ermittlungen hätten aber noch keine weiteren Erkenntnisse geliefert.

Generell, so unterstreicht Kolmschlag, hätten kleine Änderungen bei den Fallzahlen immer große Auswirkungen auf die Statistik im Amt Hörnerkirchen. Als Beispiel nennt er Osterhorn: Dort habe es 2016 zehn gemeldete Fälle gegeben, im vergangenen Jahr waren es 18, darunter eine Körperverletzung und zwei Diebstähle. Das heißt: Die Kriminalitätsrate in Osterhorn ist um 80 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stieg aber auch die Zahl der aufgeklärten Fälle von drei auf elf. Die Aufklärungsrate wuchs damit um 266 Prozent. „Man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagt Kolmschlag angesichts der Zahlen.

In Barmstedt hatte die Polizei im vergangenen Jahr einen Rückgang von 50 Prozent bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen registriert. Ursache dafür sei der massive Einsatz gegen die Einbruchskriminalität seitens der Landespolizei sowie die zahlreichen Präventionsangebote für Bürger gewesen, hatte Barmstedts Stationsleiter Sascha Schmidt berichtet. Ähnlich ist die Entwicklung auch im Amtsbezirk Hörnerkirchen: 2016 nahm die Polizei dort vier versuchte Einbrüche auf, im vergangenen Jahr war es kein einziger, so Kolmschlag. „Es ist sehr sicher im Amtsbezirk. Es gibt kaum Einbrüche oder Einbruchsversuche. In diesem Jahr hatten wir bislang ein oder zwei Fälle. Das ist kein Vergleich zu Hamburg.“

Beim Thema Diebstähle gehe es immer wieder um das Thema Fahrrad, berichtet der Hörnerkirchener Stationsleiter. 31 Diebstähle stehen für 2017 in der Statistik (2016: 23). 16 davon waren schwere Diebstähle, bei denen – meistens mit Gewalt – Sicherungen überwunden wurde. Meistens handle es sich dabei um Fahrraddiebstähle am Bahnhof Dauenhof, erläutert Kolmschlag. „Die Fälle sind relativ schwer aufzuklären.“ Allerdings gebe es auch immer wieder Radfunde, deren Besitzer anschließend ermittelt werden könnten.

Verglichen mit 2016 (13) sei die Zahl der Körperverletzungen in 2017 (8) zurückgegangen, berichtet der Stationsleiter. In der Regel handle es sich bei diesen Vorfällen um Familienstreitigkeiten oder Schlägereien auf dem Headbangers Open Air oder dem Hörnerfest. Aber auch auf den Großveranstaltungen passiere grundsätzlich relativ wenig. „Das läuft alles sehr friedlich ab. Aus polizeilicher Sicht bringt es Spaß, dort zu arbeiten. Es gibt wenig Konfliktpotenzial.“

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