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Stadtwerke Barmstedt : Gewinn sinkt auf Tiefstand

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Neue steuerliche Regelung für das Schulschwimmen belastet das Ergebnis der Stadtwerke Barmstedt zusätzlich. Die Barmstedter Stadtvertreter reagierten entsetzt auf die Nachricht und wollen eine Gesetzesänderung erreichen

Die Stadtwerke Barmstedt haben ihre Gewinnprognose für 2013 um 110 000 Euro gesenkt. Statt 465 000 Euro werden voraussichtlich 355 000 Euro an die Stadt fließen. Grund: Das Schulschwimmen wird seit 2011 steuerlich anders behandelt als früher. Folge: Die Stadtwerke müssen die Defizite voll selbst tragen. „Das bedeutet, dass unser Gewinn künftig jedes Jahr um 35 000 bis 40 000 Euro geringer ausfallen wird“, erklärte Werkleiter Fred Freyermuth. In diesem Jahr werde es die dreifache Summe sein, weil die Vorjahre rückwirkend angerechnet werden.

Er könne die geänderte Steuerpolitik nicht nachvollziehen, so Freyermuth. Denn wenn das Schulschwimmen aufgegeben würde und das Hallenbad dadurch schlechter ausgelastet wäre, könnten die Aufwendungen in voller Höhe steuerlich verrechnet werden. „Und wenn die Barmstedter Schulen ihre Kinder nach Elmshorn fahren würden oder umgekehrt, würden uns die dafür entstehenden Aufwendungen auch nicht aberkannt.“ Im schlimmsten Fall könne die neue Steuerpolitik das Aus für das Schulschwimmen bedeuten, so Freyermuth: „Wenn die Politik solche Auswüchse der Finanzverwaltung nicht verhindert, hat das Schulschwimmen keine Perspektive mehr.“ Im Barmstedter Hallenbad erhalten die etwa 2000 Schüler aller Barmstedter Schulen sowie die Grundschüler aus mehreren Umlandgemeinden Schwimmunterricht.

Barmstedts Stadtvertreter reagierten entsetzt auf die Nachricht. „Das ist ein Schreck“, sagte FWB-Fraktionschef Michael Schönfelder. „Es sollte im Interesse des Staates sein, dass alle Kinder vernünftig schwimmen lernen und dafür nicht zur Kasse gebeten wird.“

„Absurder geht es nicht“

BALL-Fraktionschef Günter Thiel schloss sich der Kritik an. Die neue Regelung bedeute, „dass die Stadtwerke 35000 Euro mehr an die Stadt abführen würden, wenn wir das Schulschwimmen einstellen würden – absurder geht es nicht“. Auf Antrag der FWB beschlossen die Stadtvertreter einstimmig, das Thema an den Städtetag weiterzuleiten. „Nur so können wir eine Gesetzesänderung erreichen“, sagte Schönfelder. Zumal, wie Freyermuth vermutet, „auch andere Stadtwerke durch die Neuregelung Schwierigkeiten bekommen werden“.

In diesem Jahr wird der Stadtwerke-Gewinn voraussichtlich den tiefsten Stand seit 2003 erreichen (siehe Info-Kasten). „Das war aber mit Ansage“, betonte Freyermuth. Hauptgründe sind die sinkenden Margen im einst boomenden Gasgeschäft sowie die Investionen in den Aufbau des Breitbandnetzes. Sobald dieser Bereich die Gewinnzone erreiche, werde sich der Gesamtgewinn auch wieder erhöhen. Für 2013 gehen die Stadtwerke aber noch von einem Verlust in Höhe von 263 000 Euro aus. Ebenfalls defizitär werden das Hallenbad (- 333 000 Euro) sowie die Sparten Wasser (- 23 000 Euro) und Wärme (- 22 000 Euro) abschließen.

Um die Defizite zu senken, könnten die Bürger stärker zur Kasse gebeten werden: Geht es nach Freyermuth, sollen ab 2014 die Wasserpreise steigen (wir berichteten). Auch die Stadt könnte tiefer in die Tasche greifen müssen: Sie bezieht in vielen öffentlichen Gebäuden Wärme über Heizzentralen der Stadtwerke. „Da müssen wir auch ran“, so Freyermuth. Schließlich ist so gut wie sicher, dass Strom ab 2014 teurer wird: Die höhere EEG-Abgabe und Netznutzungsentgelte werden die Stadtwerke auf die Preise umlegen müssen, so Freyermuth. Ob und in welchem Umfang Wasser- und Strompreis steigen werden, wird die Politik entscheiden.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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