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Heederbrook in Barmstedt : Geschwindigkeitsmessung: 71 Prozent zu schnell

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Durchschnittstempo beträgt 44 km/h. Stadt: Anwohner und Eltern sind selbst die Verursacher.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Auf dem Weg von und zur Kita am Heederbrook fahren viele Autofahrer zu schnell: Das ist das Ergebnis einer Geschwindigkeitsmessung, die die Stadt vom 18. bis zum 24. Februar durchgeführt hat. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug demnach 44 Stundenkilometer (km/h); erlaubt sind 30. Ingesamt passierten 2707 Fahrzeuge das Messgerät, das etwa auf halber Strecke zwischen der Einmündung zum Mühlenweg (L75) und der Awo-Kita stand. Gemessen wurde in beide Fahrtrichtungen. 1931 (71 Prozent) fuhren schneller als erlaubt, der Schnellste wurde mit 81 km/h erfasst.

„Anlass für die Messung waren Wünsche der Anwohner und der Kita“, teilte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage unserer Zeitung mit. Vergleichswerte von früheren Messungen gebe es nicht; die überhöhte Durchschnittsgeschwindigkeit sei aber „leider für Straßen dieses Ausbauzustands nicht ungewöhnlich“. Zudem handle es sich bei den Autofahrern überwiegend um Anlieger und Eltern der Schul- oder Kita-Kinder – „also von Verkehrsteilnehmern, die den Bereich gut kennen und im Grunde selbst die Ursache für die Nichteinhaltung der vorgegebenen Geschwindigkeit sind“.

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigungen plane die Stadt aufgrund der Messung vorerst nicht, so Heins. Die Auswertung werde an die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei weitergeleitet. „Inwieweit dort Verkehrskontrollen für erforderlich gehalten und durchgeführt werden, ist hier bisher nicht bekannt“, so der Stadtsprecher. Auf jeden Fall werde es weitere Messungen geben. „Eine Verbesserung würde sich aber schon einstellen, wenn die Anwohner und Besucher der Kita ihre Geschwindigkeit anpassen würden.“

Es sei „erschreckend, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit bereits an einer Stelle erreicht wurde, die noch reichlich Spielraum zum Beschleunigen ergibt“, schreibt Grünen-Sprecherin Marina Quoirin-Nebel in einer Pressemitteilung. Sie sei überzeugt, „dass eine Messung unmittelbar am Kindergarten noch ganz andere, höhere Werte erreichen würde“. Die Brisanz liege nicht nur an der „nicht angepassten Fahrweise von Eltern und Anwohnern“, sondern auch an der oft unübersichtlichen Bring- und Abholsituationen sowie den dazwischen fahrenden Bussen. „Es ist erstaunlich, dass noch nichts Schlimmes passiert ist“, so Quoirin-Nebel.

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