zur Navigation springen

Matthias Stührwoldt liest in Barmstedt : Geschichten „Vun Vadder un mi“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Mit frei erzählten und gelesenen Geschichten aus seinem Werk hatte Matthaias Stührwoldt das Publikum in Barmstedt schnell im Griff.

Ganz pünktlich erschien er nicht, war dann aber sofort präsent: Landwirt und Autor Matthias Stührwoldt aus dem schleswig-holsteinischen Stolpe bei Plön. Empfangen wurde er von den etwa 100 Besuchern im Humburg-Haus wie ein „alter Bekannter“, mit dem es nach einer viel zu langen Durststrecke endlich ein Wiedersehen gibt. Immerhin war es das dritte Mal, dass der 47-Jährige im Rahmen einer Veranstaltung des Kulturvereins Pfiff Auszüge aus seinen Büchern las – wobei er es allerdings bevorzugte, frei zu erzählen. Genau das macht wohl auch den besonderen Reiz seiner Lesungen aus, in denen er sich als bodenständiger, authentischer, mitten im Leben stehender Mann präsentiert, der sich auch in seinem literarischen Werk treu bleibt.

Nach der launigen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Rolf Klose legte Stührwoldt sofort los und gab die Geschichte „Kein Zweifel“ zum Besten. Darin schildert er das Leben auf dem bäuerlichen Hof, der aus verschiedenen Gründen, die er alle auflistete, Treffpunkt seiner Clique war. So gab es immer etwas zu essen, zu rauchen und zu trinken – und das übte natürlich große Anziehungskraft auf Freunde und Bekannte aus. Heiterkeitswogen unter den Zuhörern löste die Schilderung vom Zustand der väterlichen Unterhosen aus, „die er wirklich ganz auftrug“, wie der Autor verriet. Jedes Elternteil hatte laut Stührwoldt seinen speziellen Aufgabenbereich, was ausgezeichnet funktionierte. „Am wenigsten war Vater in der Küche eine Hilfe“, befand der Autor. „Als er sich einmal vier Wochen lang selbst versorgen musste, griff er vorzugsweise zur Schokolade.“

„Die Kuh in der Gülle“, eine weitere Erzählung, die der Autor vortrug, schildert, wie er erfolgreich den Vierbeiner aus einer Güllegrube rettet. Anschließend habe er, Stührwoldt, rasch geduscht und sei dann etwas verspätet zu einer Hochzeit aufgebrochen, um dort zu lesen. Unangenehm aufgefallen sei ihm im Hotel, dass dort alles nach Gülle gestunken habe.

Wie es in früheren Jahren mit dem Tüv in seiner Heimatregion bestellt war und zu welcher List seine Kollegen griffen, um möglichst keine hohen Reparaturkosten bezahlen zu müssen, offenbarte die Geschichte „Trecker-Tüv“. Sie warf ein Schlaglicht auf das „plietsche Bauernvolk“, das dem Sachverstand und der Korrektheit der Tüv-Experten Schläue und Einfallsreichtum entgegensetzte.

Die Lesung des Landwirts und Schriftstellers Matthias Stührwoldt war sicherlich ein Höhepunkt in der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Kulturvereins Pfiff. Wer sich in sein literarisches Werk einlesen möchte, sollte vielleicht zu „Verliebt Trecker fahren“, „Schubkarrenrennen“ oder „Nütz ja nix“ greifen, die im ABL-Bauernblatt-Verlag erschienen sind. „Lever he as ick“ und „Vun Vadder un mi“ sind im Quickborn-Verlag erschienen.

Die nächste Veranstaltung im Humburg-Haus gestalten am 30. Oktober Iain Matthews (vocal, guitar) & Egbert Derix (piano).

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen