Neue Kita in Barmstedt : Geplanter Standort zu klein

Der Kreis Pinneberg verweigert die Baugenehmigung an der Düsterlohe. Die BALL will am Plan festhalten, andere Parteien plädieren für Alternativen.

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05. Juli 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Überraschende Wende beim Bau einer neuen Kita in Barmstedt: Die Heimaufsicht des Kreises hat das von der Stadt ausgewählte Grundstück im Neubaugebiet an der Düsterlohe nicht genehmigt. Hauptgrund: Die Freifläche sei für die geplante Anzahl der Kinder zu klein. „Wir müssen die Planungen jetzt neu aufbereiten“, sagte Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) am Dienstag während der Stadtvertretersitzung. Nach den ersten Planungen war das Grundstück von 1700 auf aktuell etwa 1360 Quadratmeter reduziert worden, weil mehr Fläche für das Regenrückhaltebecken benötigt wurde.

Die Politiker zeigten sich von der Ablehnung durch den Kreis (siehe dazu Info-Kasten) wenig begeistert. „Wir haben über diesen Standort ungefähr 16 Monate lang diskutiert. Wir können die Ablehnung nicht nachvollziehen und plädieren dafür, den Plan beizubehalten“, sagte Klaus Kuberzig (BALL). Es müsse möglich sein, zusammen mit dem Kreis Kompromisse zu finden. „Notfalls reduzieren wir eben die Zahl der Plätze von 70 auf 55.“ Doch das löse das Problem nicht, wie CDU und Grüne meinten. „Wenn wir jetzt dort bauen und wissen, dass es nicht ausreicht, müssen wir absehbar noch eine Kita bauen“, sagte Marina Quoirin-Nebel (Grüne). Ortwin Schmidt (CDU) forderte, die Planungen sofort zu stoppen, „um nicht noch mehr Geld zu verbrennen“. Stattdessen solle die Stadt eine Kita am Steinmoorweg bauen. „Das wäre in der Nähe der Neubaugebiete im Norden.“ Zudem sei der Standort „am konfliktfreiesten, anders als die Norderstraße“. Ein Standort dort – den sich die FWB durchaus vorstellen kann – berge allerdings zwei Probleme, wie Grüne und CDU erklärten: Der belastete Boden sei noch nicht vollständig untersucht, und die Straße leide schon jetzt unter zu viel Verkehr. „Eine Fahrbahnseite ist meistens zugeparkt, und wenn ich da mal mit dem Auto langfahre, muss ich bei Gegenverkehr teilweise ewig warten“, sagte Henning Behrens (CDU). Peter Gottschalk (FWB) verteidigte den Standort. „Es könnte fußläufig an die Neubaugebiete angebunden werden“, sagte er.

Jetzt vom bisherigen Standort abzuweichen, würde zudem keinen Zeitverlust bedeuten, wie Patrick Laas (SPD) erklärte. „Auch an der Düsterlohe würde es bis zur Eröffnung noch zwei Jahre dauern.“ Die BALL war dennoch nicht überzeugt. Sie sei „überrascht, wie schnell hier die Flinte ins Korn geworfen wird“, sagte Britt Schölermann und ergänzte: „Man kann doch kreativ werden und zum Beispiel einen Teil des öffentlichen Spielplatzes mitnutzen.“ Fraktionschef Günter Thiel ergänzte, in Verbindung mit den von den anderen Barmstedter Kitas vorgeschlagenen Maßnahmen (siehe Info-Kasten) werde auch eine verringerte Zahl an Plätzen ausreichen. Zudem müsse die Stadt wegen der steigenden Nachfrage nach Ganztagsbetreuung sowieso noch eine weitere Kita im Bereich der Schulen am Heederbrook bauen. „Da nützt uns dann ein Standort am Steinmoor auch nichts.“

Einen abschließenden Beschluss über den Standort fällten die Stadtvertreter am Ende nicht, wie Verwaltungssprecher Wolfgang Heins gestern auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

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