Gemälde-Ausstellung: Mal kritisch, mal fantasievoll und lebhaft

Dagmar Hülzer-Hillmer vor ihrem äußerst lebendigen Pferd  auf der Leinwand.  pergande
Dagmar Hülzer-Hillmer vor ihrem äußerst lebendigen Pferd auf der Leinwand. pergande

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12. Januar 2013, 01:14 Uhr

Barmstedt | Ihre Gemälde sind großformatig und großflächig gemalt, sie ziehen die Blicke auf sich. Dagmar Hülzer-Hillmer aus Hamburg stellt bis Ende Januar eine vielseitige Auswahl ihrer Werke in der kommunalen Halle im Rathaus aus. Sie malt mit Dispersionsfarben und Acryl.

"Ich komponiere auf der Leinwand", sagt sie, die sich etwa von Fotos in Zeitungen inspirieren lässt. Gefällt ihr auf einem Bild eine Person, beginnt die Fantasie zu arbeiten, und sie konstruiert daraus eine Szene. So positioniert sie eine in einem Magazin abgebildete Person in einem Zugabteil und fügt andere Reisende hinzu. Das Ergebnis ist eine gemalte, lebhafte Unterhaltung der Abteilreisenden. Dynamisch und sehr lebhaft gestaltet sie die Bilder mit Menschen. Die Szenen sind voller Bewegung. "Ich male in erster Linie für mich und habe viel Geduld bei den Details", so Hülzer-Hillmer.

Aber auch Stillleben haben es ihr angetan. Und Landschaftsbilder, die Ruhe und Frieden ausstrahlen. Aus einem zufällig erblickten Foto sonderte sie die weißen Wolkentürme am Himmel ab und widmete ihnen ein eigenes Gemälde. Ihre Szenen sehen lebensnah und echt aus. Voller wilder Schönheit ist die Feuersbrunst, erhaben und glatt die Früchte auf dem Teller.

Kritisch und tiefsinnig kann die Künstlerin auch werden. Wenn sie etwa eine Collage von bekannten Politikern um den "stets reich gedeckten Tisch" zeigt. Die Politiker sind austauschbar, aber alle langen kräftig zu, ist die Aussage. Der Neidgesellschaft wird in einem anderen Werk der Spiegel vorgehalten. Auch Loriotsche Elemente tauchen auf, etwa bei dem Gemälde "Wo laufen sie denn?" - eine Ansammlung von Menschen mit individueller Mimik. Pfiffige Ideen bestimmen die Situationen der ausdrucksstarken Bilder. Die gelernte Steuerberaterin begann als Ausgleich zum Berufsstress zu malen. Das gefiel der Autodidaktin so gut, dass sie einige Semester Kunstgeschichte studierte und an Kursen an der Kunstschule Blankenese teilnahm. Als Mitglied des offenen Künstlerkreises Rissen nimmt sie an Ausstellungen im Rahmen der Kunstmeile Rissen teil. Zu ihrer eigenen Ausstellung in Barmstedt kam sie durch Erhard Preuß, zuständig für Kultur im Rathaus. Er sah ein Gemälde von ihr in der Rathaus-Ausstellung "Landleben" und bot ihr die Ausstellung an.

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