Gelebte Ökumene in Barmstedt

Taboulé, gebratene Auberginen und Linsensuppe: Die Besucher probierten typisch ägyptische Speisen.
Taboulé, gebratene Auberginen und Linsensuppe: Die Besucher probierten typisch ägyptische Speisen.

40 Gäste verschiedener Konfessionen feiern Gottesdienst am Weltgebetstag der Frauen – und beschäftigen sich mit Ägypten

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11. März 2014, 16:53 Uhr

Mit Ägypten verbindet man Pharaonen, Pyramiden, viel Wüste und den Nil, seit einiger Zeit auch gewaltsame politische Unruhen. In Barmstedt haben sich vor Kurzem zahlreiche Gäste im Rahmen des Weltgebetstags der Frauen mit dem afrikanischen Land beschäftigt „Ströme in der Wüste“ hieß das diesjährige Motto. Ein ökonomischer Weltgebetstags-Gottesdienst fand dabei im evangelischen Gemeindehaus in Barmstedt statt.


Gottesdienstordnung von Christinnen


Die Gottesdienstordnung wurde von ägyptischen Christinnen erstellt. In 180 Ländern luden Frauen aller Konfessionen am selben Tag zum Gottesdienst nach eben dieser Ordnung ein. Karen Maranes, Friederike Wessel-Hansen, Ingrid Welsch, Gudrun Neuhaus (alle evangelisch), Rachael Olson (Heilsarmee) und Margit Pieper (katholisch) organisierten die Feier in Barmstedt. In ihrem Überblick über die Geschichte und Entwicklung Ägyptens in Wort und Bild ging Neuhaus auf die Rolle der Frauen im alten Ägypten ein, die Bildung und Macht hatten.

Der geografische Streifzug zeigte die Pyramiden, das fruchtbare Nildelta und Städte. Die jüngsten Potentaten, der ägyptische Frühling, die Eskalation der Gewalt sowie die religiösen und politischen blutigen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate wurden ebenfalls thematisiert. Die mehr als 40 Besucher, darunter einige Männer, erfuhren, dass auch heute noch 90 Prozent der Frauen genitalverstümmelt sind.


Besucher werden miteinbezogen


Während des Gottesdienstes wurden die Gäste miteinbezogen. „Wie ein kleiner Strom, der in der Wüste zu fließen beginnt, ermutigen die Stimmen ägyptischer Frauen, an der Hoffnung festzuhalten, dass viele kleine Leute das Gesicht Ägyptens verändern können“, schrieben die Ägypterinnen in die Gottesdienstordnung. Und weiter: „Dass viele kleine Bäche, die zusammenfließen, sich zu Strömen entwickeln, die selbst eine Wüste neu beleben können.“ Im Sinne dieses Vergleichs wurden mit Wasser gefüllte Schüsseln vor der liebevoll gestalteten Kulisse des Nildeltas in die Runde gestellt. In die Schüsseln legten die Besucher gefaltete Papierblumen, die sich im Wasser entfalteten.

Ingrid Welsch hatte kritische Plakate mit Brennpunktthemen ausgelegt. Dabei ging es über die unüberschaubare politische Lage in dem Land, die feministischen Ansätze, die Kopftuchdebatte, und den Assuan-Staudamm, der das ökologische Gefüge des Nilgebiets negativ beeinflusst.

Heike Pünner und Gudrun Neuhaus umrahmten die Feier musikalisch. Die Gäste probierten außerdem zahlreiche ägyptische Speisen wie Taboulé (Salat mit Bulgur), gebratene Auberginen, Linsensuppe, Milchreis á la Nofretete mit Rosenwasser und gefüllte Blätterteigtaschen.

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