Barmstedt : Gebäudeschaden am Seniorenheim

<p>Mit dem Gebäude des Seniorenheims Barmstedt-Rantzau gibt es Probleme.</p>
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Mit dem Gebäude des Seniorenheims Barmstedt-Rantzau gibt es Probleme.

Das Sanierungskonzept liegt mittlerweile vor. Alle Schäden sollen geltend gemacht werden.

shz.de von
30. Juni 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Mit dem Gebäude des Seniorenheims Barmstedt-Rantzau an der Marktstraße in Barmstedt gibt es offenbar größere Probleme. Das hat Verbandsvorsteherin Heike Döpke während der Versammlung des Zweckverbands am Donnerstagabend mitgeteilt. Ein Ende 2016 aufgetretener Wasserschaden im Erdgeschoss sei nur der Hinweis auf eine viel tiefer liegende Problematik gewesen. Nach eingehenden Untersuchungen sei ein Gebäudeschaden deutlich geworden, der behoben werden müsse, sagte Döpke. „Wir brauchen ein Sanierungskonzept. Das liegt jetzt vor“, teilte sie im öffentlichen Teil der Sitzung mit. Es gehe um ein Volumen von 1,2 Millionen Euro.

Aus einem durchgerosteten Heizungsrohr sei viel Wasser ausgelaufen und habe damals den Wasserschaden verursacht, berichtete Döpke über den zeitlichen Ablauf. „Die Ursache war aber nicht dort, wo der Schaden war“, erklärte sie. Das Rohr sei von außen gerostet, das Wasser  demnach also von außen gekommen. Die betroffenen Stellen seien getrocknet und anschließend weitere Untersuchungen eingeleitet worden. Dabei sei  ein Gebäudeschaden deutlich geworden. Nun,  da das Sanierungskonzept vorliege, würden die Schäden in Gänze geltend gemacht werden, kündigte Döpke an. Reimer Offermann,  Stellvertreter der Verbandsvorsteherin, erklärte, laut Anwalt  handle es sich  in erster Linie um einen Planungsfehler. Hinzu kämen diverse weitere Mängel, unter anderem  beim Bau. So sei das Gebäude nicht hoch genug angelegt – es hätte mindestens 50 Zentimeter höher errichtet werden müssen.

Im nicht-öffentlichen Teil sprachen die Verbandsmitglieder anschließend weiter über das Thema. Das Ergebnis laut Döpke: Bei den anstehenden Maßnahmen soll die Innensanierung zeitlich bevorzugt  ausgeführt werden, damit das Seniorenheim schnell wieder zu voller Belegung kommen könne.

Mitglieder tagen mehr als drei Stunden

Es war eine Mammutsitzung im Seniorenheim am Rantzauer See in Barmstedt: Dreieinhalb Stunden lang sprachen die Mitglieder des Zweckverbands am Donnerstagabend über Finanzen, Personelles, aber auch über Schwierigkeiten. Denn der Wasserschaden am Gebäude, mit dem sich der Zweckverband laut Verbandsvorsteherin Heike Döpke seit Ende 2016 befasst, entpuppt sich als Teil einer viel größeren Erschwernis. „Wir haben ein riesiges Problem, das gelöst werden muss“, fasste Reimer Karstens, zweiter Stellvertreter der Verbandsvorsteherin, die Situation zusammen. Der Rohrbruch sei voll und ganz von der Versicherung getragen worden. „Jetzt geht es um die andere Sache.“

Über den aktuellen Sachstand wurde nach kurzer Beratung sowohl öffentlich als auch nicht-öffentlich gesprochen. Laut Döpke sei nach Untersuchungen des Wasserschadens ein Gebäudeschaden deutlich geworden, der behoben werden muss. Ein Sanierungskonzept liege vor, alle Dinge sollen geltend gemacht werden, betonten sie und ihr Stellvertreter Reimer Offermann. Er teilte mit, dass es laut Anwalt in erster Linie ein Planungsfehler sei. Zudem habe es Mängel beim Bau gegeben. Wäre das Gebäude etwas höher angelegt, ergänzte Geschäftsführer Christoph Merker, wäre man außerhalb der Wasserdruckzone und hätte die Problematik nicht. Zuvor hatte Offermann berichtet, dass das Gebäude nicht hoch genug angelegt sei und mindestens 50 Zentimeter höher sein müsste. Das Gebäude war 2012 fertiggestellt worden. Der damalige Vorsitzende des Zweckverbands, Nils Hammermann, hatte erklärt, das Gebäude stehe wegen des feuchten Untergrunds auf 245 jeweils sieben Meter langen Betonpfählen.

Wirtschaftsprüfer: "Eine sehr gute Entwicklung"

Während der Sitzung stellte die Verbandsversammlung zudem den Jahresabschluss für 2017 fest und entlastete den Vorstand einstimmig. Laut Döpke hat das Seniorenheim im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von etwa 46 000 Euro verbucht. Er soll durch die Verbandsgemeinden im Januar 2019 ausgeglichen werden, was bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen wurde. Wirtschaftsprüfer Harm Lorenzen, der den Zweckverbandsmitgliedern die Zahlen vorstellte, berichtete, dass es keine wesentlichen Beanstandungen gebe. Er attestierte dem Seniorenheim eine „sehr gute Entwicklung“.

In den Jahren 2015 (-25 000 Euro), 2016 (32 000 Euro) und 2017 habe man relativ ausgeglichene Ergebnisse vorgelegt. Ein positiver Trend, wenn man die Zahlen von 2012 (-904 000 Euro), 2013 (-561 000 Euro) und 2014 (-340 000 Euro) als Vergleich daneben stelle, so Lorenzen. Ursache für den Verlust von etwa 46 000 Euro im vergangenen Jahr sei vor allem die geringere Belegungsquote von 96,57 Prozent gewesen – ausgelöst durch den Wasserschaden. Im Vorjahr hatte sie noch bei knapp über 99 Prozent gelegen. Das Problem ziehe sich durch den Abschluss, erklärte der Wirtschaftsprüfer. Sonst hätte es sogar einen kleinen Gewinn am Ende gegeben. Aus seiner Sicht sei der Wirtschaftsplan eingehalten worden.

Merker legte zudem seinen Bericht für das erste Quartal 2018 vor, das mit -31 000 Euro leicht negativ abschließe. Einer der Gründe dafür sei unter anderem erneut die Belegung, die im ersten Quartal bei 97,63 Prozent lag. „Wir fahren aber jetzt hoch“, kündigte er an. Seit gestern sei das Haus wieder zu 100 Prozent belegt. Ein zweiter Grund sei die Grippewelle in der kalten Jahreszeit gewesen, während der man zusätzlich auf Leiharbeiter habe setzen müssen. „Das hat zu Mehrkosten geführt.“

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