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Nabu Barmstedt : Gartenbesitzer sollen auf insektenfreundliche Pflanzen setzen

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Nabu Barmstedt appelliert an die Gartenbesitzer, auf insektenfreundliche Pflanzen zu setzen. Hans-Jürgen Raddatz bleibt zweiter Vorsitzender. Während der Jahreshauptversammlung wurde er einstimmig wiedergewählt.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Der neue Vorstand des Naturschutzbundes (Nabu) Barmstedt ist auch der alte. Bei den Wahlen während der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zum Bootssteg“ wählten die Mitglieder einstimmig Hans-Jürgen Raddatz zum zweiten Vorsitzenden. Schriftwart bleibt Wolfgang Herrmann, Beisitzerin ist Erika Küttler.

Der Vorsitzende Hans-Peter Lohmann begrüßte während der Versammlung Bürgervorsteher Christian Kahns, der in seinen Begrüßungsworten darauf hinwies, dass Politik und Naturschutz nicht immer zusammenpassten. „Wir nehmen mit der Stadtentwicklung eher Natur weg, deshalb ist es gut, dass es einen Gegenpol wie den Nabu gibt“, sagte er. „Wir lassen Straßen bauen, Sie retten die Kröten, die über die Straßen wandern“, so Kahns, der sich beim Nabu für dessen Einsatz bedankte.

Veranstaltungen, Vorträge und Naturführungen

Und der habe sich auch 2016 sehen lassen können, wie Lohmann in seinem Rückblick aufzählte. Veranstaltungen, Vorträge und Naturführungen sowie Exkursionen und viele Einsätze seien zu bewältigen gewesen, so Lohmann. So sei die Vogelstimmentour über den Barmstedter Friedhof für die Teilnehmer sehr ergiebig gewesen und werde in diesem Jahr wiederholt. „Der Friedhof ist ein schöner Ort und lohnend, was die Vogelvielfalt angeht“, sagte er. Des Weiteren seien die Nabu-Mitglieder per Rad zur Wiesenlandschaft Hellwiese gefahren. Mit dem Landschaftspflegeverein Bokel hätten sie Wiesenvogelarten in der Bokeler Heide beobachtet. Die Radtour in das Horster Moor würden Rolf Steckmest und Katja Erber regelmäßig seit acht Jahren organisieren. Vorträge wie etwa über Wespen und Hornissen oder heimische Pflanzen würden immer gut besucht und rundeten das Programm ab.

Die nächste Aufgabe warte schon auf den Nabu, so Lohmann. „Wir müssen jetzt wieder Krötenzäune entlang der Pinneberger Landstraße aufbauen“, sagte er. 2016 habe der Nabu 600 Frösche und 150 Kröten in den Eimern am Zaun gesammelt, 2015 seien es 3000 Frösche gewesen.

Jendrik Weiß von der Naturschutzjugend (Naju) berichtete, dass die Jugendlichen Nistkästen gebaut und bereits im Wald angebrachte gesäubert hätten. Die Jugend habe auf der Feuchtwiese am Heederbrooksbach zudem gemähtes Gras zusammengeharkt, an der Krückau im Vosslocher Wald Springgras entfernt und viele Ausflüge mit den Jugendleitern Ernst-Reimer Sass und Katja Erber zu Biotopen in der Umgebung gemacht.

544 Stunden vom Nabu geleistet

Raddatz berichtete, dass der Schwerpunkt beim praktischen Naturschutz mit zehn Arbeitseinsätzen im Bokelsesser Moor gelegen habe. Insgesamt seien 544 Stunden vom Nabu geleistet worden. Auf der Höllenbekwiese an der Krückau werde ein Biotop angelegt. „Wir gestalten auch Tiefwasserzonen und Steilufer, um den Eisvogel anzulocken“, so Raddatz. Kopfweiden beschneiden und Knickpflege gehöre ebenfalls zum Terminplan. Aus der Jahresstatistik wurde deutlich, dass Raddatz 2016 mit 49 Einsätzen und 107 Arbeitsstunden an erster Stelle steht, gefolgt von Katja Erber (31 und 77,5) sowie Frank Wünsche (15 und 28). Rolf Steckmest und Monika Lohmann wurden für 25 Jahre beim Nabu, Günter Schliemann für 25 Jahre als Kassenwart geehrt.

Einen eindringlichen Appell richtete Lohmann an die Öffentlichkeit: „Wir haben zu wenig Insekten und daher zu wenig Futter für Insektenjäger. Wir haben hier eine artenarme Landschaft“, sagte er. Jeder Gartenbesitzer solle insektenfreundliche Pflanzen blühen lassen. Anschließend hielt Torsten Nummsen vom Landesverband Eulenschutz Schleswig-Holstein einen Vortrag über den Waldkauz, den Vogel des Jahres 2017.

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