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Kulturarbeit in Barmstedt : Galerie III vor unsicherer Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Politik lehnt einen jährlichen Zuschuss für die Schlossinsel ab. Auch die Kreissparkasse ist kein Sponsor mehr.

Die Zukunft der Galerie Atelier III ist ungewiss: Der Barmstedter Kulturausschuss hat am Dienstag einen Antrag von Galeristin Karin Weißenbacher abgelehnt, die Einrichtung auf der Schlossinsel mit jährlich 6000 Euro zu fördern. Die Politiker sicherten ihr für dieses Jahr nur eine Förderung in Höhe von 1000 Euro zu. Vor dem Hintergrund, dass die Volksbank voraussichtlich 5000 Euro spenden werde, müsse das ausreichen, so die überwiegende Meinung. Lediglich Günter Thiel (BALL) votierte für die vollen 6000 Euro.

Weißenbacher hatte um die Förderung gebeten, weil die Stiftung der Kreissparkasse Südholstein ihr Sponsoring mit Beginn dieses Jahres eingestellt hat. Sie habe die Arbeit der Galerie acht Jahre lang mit jeweils 6000 Euro unterstützt, sagte Weißenbacher. Mit dem Geld habe sie unter anderem die Organisation der Ausstellungen, die Transporte der Kunstwerke, die Werbung, das Aufsichtspersonal sowie das Layouten und Drucken der Einladungen und Plakate bezahlt. Normalerweise wäre die kulturelle Arbeit in dem von ihr betriebenen Umfang „um ein Vielfaches teurer“, so Weißenbacher. Doch ohne den Zuschuss „stehe ich auf unsicherer Basis und müsste für jedes Projekt einzeln Geld einwerben“. Laut Weißenbacher wird jede Ausstellung mit 1500 hochwertigen Flyern und etwa 50 Plakaten beworben. Zudem werden 5000 Ganzjahresprogramme gedruckt.

Lob ja, Unterstützung nein

Die Politiker ließen sich davon nicht sonderlich beeindrucken. Zwar lobten alle Weißenbachers Arbeit über den grünen Klee – wegen der  desolaten Haushaltslage könne die Stadt sich aber eine regelmäßige Förderung in der gewünschten Höhe nicht leisten, hieß es. „Sie sind eine Perle der Kunst, aber ich bin der Hüter der Geldes“, sagte Ernst-Reimer Saß (CDU). Michael Schönfelder (FWB) schlug vor, ein Konzept zu erarbeiten, wie die kulturelle Arbeit auf der Schlossinsel ohne Hilfe der Stadt gesichert werden könne. „Wir müssen uns zum Beispiel überlegen, wie wir weitere Sponsoren werben können, oder ob man für die Veranstaltungen Eintritt nehmen sollte.“

Befürworter Thiel argumentierte, 6000 Euro für einen laufenden Kulturbetrieb seien „keine Summe, die extrem nach oben ausschlägt“. Die Stadt sollte Weißenbacher den Betrag daher jedes Jahr für die „Sach- und Verwaltungsarbeit“ zur Verfügung stellen, forderte er.

Weißenbacher selbst hält es „nach etwa 20 Jahren kultureller Arbeit im Gerichtsschreiberhaus“ für „an der Zeit, dass die Stadt langfristig Planungssicherheit schafft“, um das Kunstprogramm fortsetzen und die Basis der Kulturarbeit auf professionelle Füße stellen zu können. Das werde „der kulturellen Außenwirkung der Stadt sehr zugute kommen und zur Verpflichtung der Stadt beitragen, die Schlossinsel kulturell zu nutzen“.

Dennoch wird Weißenbacher für dieses Jahr mit 1000 Euro städtischem Zuschuss auskommen müssen. Darüber hinaus soll sie zusammen mit der Verwaltung ein Konzept erarbeiten, wie die Veranstaltungen langfristig gesichert werden können. Diesem Antrag der FWB stimmten alle Ausschussmitglieder zu.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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