Barmstedt : Gänse: Stadt stoppt Wiesenmahd

Der westliche Teil der Lübbingschen Wiesen wurde gemäht – der östliche Bereich (hinten) nicht.
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Der westliche Teil der Lübbingschen Wiesen wurde gemäht – der östliche Bereich (hinten) nicht.

Verwaltung will Ansiedlung der Kanadagänse verhindern. Anwohner sauer: Samenflug von Wildkräutern verursache Allergien.

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03. Juli 2015, 16:15 Uhr

Barmstedt | Die Lübbingschen Wiesen – die Grünflächen zwischen Marktstraße und Krückauwanderweg – wird in diesem Jahr nicht gemäht. Darauf hat Stadtsprecher Wolfgang Heins hingewiesen. Ein Landwirt, der bereits mit dem Mähen begonnen hatte, sei gestoppt worden, sagte Heins. Grund: Auf den gemähten Wiesen hatten sich in den vorigen Jahren stets Kanadagänse angesiedelt. „Wir haben ihnen damit eine ideale Kurzrasenfläche geboten, die sie liebend gern als Äsungs- und Fraßfläche annehmen“, erklärt Heins. Das solle in diesem Jahr verhindert werden.

Problematisch sei bei der Entscheidung gewesen, dass mehrere Marktstraßen-Anwohner zuvor gefordert hatten, die Wiese zu mähen und damit den Flug von Wildkräutersamen zu unterbinden, so Heins. Sie hätten angegeben, darauf allergisch zu reagieren. „Besonders für diese Personen ist die Mahd deshalb von besonderer Bedeutung“, so Heins. Dennoch müsse sie ausgesetzt werden, „denn sonst würden alle bisherigen Bemühungen um ein Vergrämen der Gänse zunichte gemacht“. Die Stadt bitte die Bewohner der Anliegergrundstücke dafür um Verständnis.

Generell, so Heins, seien die städtischen Bemühungen um eine nachhaltige Vergrämung der Kanadagänse am und um den Rantzauer See offenbar erfolgreich. „Das ist in erster Linie auf den unermüdlichen Einsatz von Ernst-Reimer Saß zurückzuführen“, stellt der Stadtsprecher fest. Der als stellvertretende Bürgermeister ehrenamtlich tätige CDU-Politiker habe sich mit hohem persönlichen Einsatz darum gekümmert, dass die Gänse den See möglichst meiden und sich im Umland aufhalten. Wie berichtet, hatte Saß die Vögel unter anderem mit Hilfe eines Falkners und eines Motorboots vertrieben.

Vor mehreren Wochen hat Saß zwei Schwäne auf dem See angesiedelt mit dem Ziel, dass sie ihn als ihr Revier ansehen und die Gänse im Falle eines Einfliegens vertreiben. „Dazu wird mit einem Futterfloß versucht, den Schwänen die Eingewöhnung zu erleichtern und sie an den See als neuen Lebensraum zu binden“, erklärt Heins. Niemand solle sich deshalb über das Floß auf dem See wundern. „Das hat seinen Grund in dem Versuch, den Schwänen hier eine attraktive Heimat zu bieten.“

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