Barmstedt : Fußball ist sein halbes Leben

Sein Lieblingsort: Thomas Grzymek (48) auf dem Sportplatz an der Düsterlohe.
1 von 2
Sein Lieblingsort: Thomas Grzymek (48) auf dem Sportplatz an der Düsterlohe.

Barmstedter engagiert sich seit 2004 als Trainer, Schiedsrichter und im Vorstand des SSV. Ehrenamtspreis vom Verband.

shz.de von
16. Januar 2015, 16:00 Uhr

Barmstedt | Was macht einen guten Fußballtrainer aus? Siegeswillen? Durchsetzungsfähigkeit? Taktikverständnis? Für Thomas Grzymek ist etwas anderes entscheidend: „Ein guter Trainer hält die Mannschaft zusammen“, sagt er. „Seine“ Mannschaft hält der 48-jährige Barmstedter seit zehn Jahren zusammen: Er trainiert seit 2004 die jetzige A-Jugend des SSV Rantzau, die damals noch F-Jugend war. „Als ich anfing, waren sie alle klein – heute muss ich schon nach oben gucken“, resümiert er schmunzelnd. Zusammengehalten hat er das Team offenbar gut: Fünf Spieler der ersten Stunde sind nach wie vor dabei. „Viele hören auf, wenn andere Interessen dazukommen oder die Schule mehr Zeit einnimmt“, sagt Grzymek. Er selbst hat in seiner Geburtsstadt Hamburg beim USC Paloma bis zur A-Jugend gespielt – und dann lange nicht mehr. „Erst kam die Bundeswehr, dann der Job – da ist der Fußball irgendwie hintenüber gefallen“, sagt der gelernte Fernmeldeelektroniker.

Erst, als er 2004 nach Barmstedt zog, lebte die Leidenschaft wieder auf – durch einen Zufall: Der Sohn einer Kollegin spielte in der F-Jugend, es fehlte ein Betreuer, „und da meinte sie, dass ich doch auch mal Fußball gespielt hätte, und ob ich das nicht machen wolle“. Er wollte – und blieb dabei. Später erwarb er die Trainer-Lizenz und ließ sich außerdem zum Schiedsrichter fortbilden. Darüber hinaus kümmert er sich um die Pflege der SSV-Homepage, ist Kassenwart des Jugendfördervereins und seit kurzem als Jugendleiter des Vereins für 21 Mannschaften zuständig.

Für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement erhielt Grzymek vor kurzem eine hohe Auszeichnung: Der Hamburger Fußballverband verlieh ihm den DFB-Ehrenamtspreis. Nach einer Talkrunde mit HSV-Aufsichtsratschef Dietmar Beiersdorfer erhielt Grzymek – wie alle anderen 28 Geehrten – eine Urkunde und eine Uhr. „Es ist schön, dass unsere Arbeit anerkannt wird“, sagt er. Wichtiger sei ihm aber die Anerkennung innerhalb des Vereins. „Da weiß auch jeder, wie die Arbeit zu werten ist.“ So dankte SSV-Chef Hans-Christian Hansen ihm auch für seinen „unermüdlichen Arbeitseinsatz“ rund um das Vereinsheim und die Mitorganisator des jährlichen Fußballcamps.

Den Zeitaufwand für seine Tätigkeiten im SSV beziffert Grzymek auf zehn bis zwölf Stunden pro Woche. Drei Mal pro Woche ist Training, am Wochenende sind Spiele. Dazu kommen Freizeitaktivitäten mit der Mannschaft, Vorstandssitzungen, Suche nach neuen Trainern und vieles mehr. „Seit ich selbstständig bin, kann ich mir meine Zeit zum Glück selbst einteilen. Sonst wäre das alles kaum möglich“, so Grzymek.

Mitte 2016 heißt es Abschied nehmen von seiner Mannschaft: Die Spieler werden zu den1. Herren wechseln. Was Grzymek danach machen wird, weiß er noch nicht genau. „Weiter trainieren werde ich sie jedenfalls nicht. Der Herren-Bereich kommt für mich nicht in Frage, das ist mir schon zu professionell.“ Die ganz jungen Spieler würde er aber auch nicht mehr betreuen wollen. „Man wird ja nicht jünger. Vielleicht steige ich irgendwo in der Mitte ein.“

Der SSV lädt für Sonntag, 18. Januar, zum dritten Hallenfußball-Turnier unter dem Motto „We are family“ ein. Ab 12 Uhr werden sieben Mannschaften des Vereins – von der B-Jugend bis zu den 1. Herren – in den Sporthallen an der Schulstraße um den Titel kämpfen. Ein Team besteht aus sieben Spielern, die jeweils zwölf Minuten gegeneinander antreten. Das Turnier endet gegen 17 Uhr. Zuschauer sind willkommen; der Eintritt ist frei.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen