Großfeuer in Bokholt-Hanredder : Funkenbildung möglicher Grund für Großbrand

Die Löscharbeiten dauerten bis in den späten Abend.
Die Löscharbeiten dauerten bis in den späten Abend.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Teil der brennenden Halle, der als Strohlager genutzt wird, bereits in Flammen.

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08. Januar 2015, 11:30 Uhr

Bokholt-Hanredder | Was den Grund für den Großband in Bokholt-Hanredder anbelangt, hat die Kriminalpolizei Elmshorn bislang keinen Hinweis auf ein Verschulden Dritter. Vielmehr wird nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht ausgeschlossen, dass eine Funkenbildung beim Häckseln von Stroh in einer landwirtschaftlichen Maschine, etwa durch einen Fremdkörper (Stein o.ä.) im Stroh, verursacht wurde. Das Stroh, das in der Halle lagerte, ging in Flammen auf und diese griffen auf die Halle über.

Die Staatsanwaltschaft hat den Brandort nach den Brandortuntersuchungen wieder freigegeben. Der Sachschaden an der zerstörten Halle wird auf 250000 Euro geschätzt. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden.

Mehr als 80 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren aus Bokholt-Hanredder, Barmstedt und Klein Offenseth-Sparrieshoop hatten Mittwochabend einen Brand in einer etwa 20 mal 50 Meter großen Lager- und Maschinenhalle an der Bokholter Straße bekämpft. Insgesamt dauerte der Einsatz mehr als zwölf Stunden; selbst danach kontrollierte noch eine Brandwache regelmäßig die Einsatzstelle. Hinzu kam Spezialgerät vom Kreisfeuerwehrverband Pinneberg.

Das Feuer war um kurz nach 16 Uhr auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ausgebrochen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Teil der Halle, der als Strohlager genutzt wird, bereits in Flammen. Funken flogen umher. Die Wehren versuchten unter anderem zu verhindern, dass das Feuer auf weitere Teile der Halle übergriff. Verletzt wurde bei dem Brand laut Feuerwehr niemand.

Um 16.17 Uhr hatte die Leitstelle den Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Bokholt-Hanredder ausgelöst, später wurde die Alarmstufe erhöht. Zu Beginn hätten die Einsatzkräfte versucht, die Flammen per Außenangriff über eine Drehleiter zu löschen, teilte Feuerwehrsprecher Michael Bunk mit. Später sei auch vom nicht betroffenen Teil der Halle aus ein Innenangriff gestartet worden. „Wir versuchen zu verhindern, dass Gebäude nicht komplett abbrennt“, sagte Bunk. Der auffrischende Wind trieb die Rauchwolke nach Osten und durch den Ortsteil Vossloch. Sie war zwischenzeitlich sogar von der Barmstedter Innenstadt aus zu sehen.

Das Feuer war gegen 16 Uhr ausgebrochen. (Foto: Uthoff)
Das Feuer war gegen 16 Uhr ausgebrochen. (Foto: Uthoff)
 

Die abgeschiedene Lage des Hofs habe die Einsatzkräfte bei der Löschwasserversorgung vor eine Herausforderung gestellt, berichtete Bunk. „Es gibt nur einen Hydranten vor der Haustür und einen Bohrbrunnen in der Straße.“ Die Feuerwehren hätten daher hunderte Meter Schlauch bis zur A23 verlegt, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Polizei und Rettungsdienst waren ebenfalls vor Ort. Von der intakten Stirnseite auswurden bis zu vier C-Rohre im Innenangriff vorgenommen. Von außen wurden mit dem Wenderohr der Drehleiter, einem Monitor sowie mehreren handgeführten Strahlrohren gelöscht. Dem Löschwasser wurde Schaummittel beigesetzt, um die Oberflächenspannung herabzusetzen. Nachschub an Schaummittel wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Uetersen an die Einsatzstelle gebracht. Zur Ablösung der erschöpfte Kräfte wurden außerdem die FF Elmshorn und die FF Groß Offenseth-Aspern alarmiert. Das Stroh wurde mit einem Bagger abgetragen und auf einer benachbarten Wiese verteilt, wo es abgelöscht wurde. Vom Kreisfeuerwehrverband Pinneberg kamen der Schlauchwagen mit neuen Atemluftflaschen sowie zwei Netzersatzanlagen (Anhänger mit Lichtmast), um die weitläufige Fläche für die Nachlöscharbeiten auszuleuchten.

Teile der Halle waren am späten Abend bereits eingestürzt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und will sich noch am heutigen Donnerstag zu dem aktuellen Ermittlungsstand äußern.  

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