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Gesperrte Sporthalle in Barmstedt : „Für uns ist das eine Katastrophe“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Absolute Katastrophe: Der Schimmel hat sich großflächig ausgebreitet. Die Schule sucht verzweifelt nach Alternativen.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 12:00 Uhr

„Ein Märchen wurde wahr.“ „Das hier ist etwas ganz Besonderes.“ „Sie ist ein Prachtstück und ein Gewinn für Barmstedt.“ Mit diesen Sätzen würdigten der Erste Stadtrat Michael Schönfelder (FWB), Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB) und Bürgermeister Nils Hammermann die neue Barmstedter Sporthalle, als sie vor gut einem Jahr – am 25. August 2012 – eingeweiht wurde. Heute klingen die Worte wie Hohn – denn die Traumhalle entwickelt sich zum Albtraum. Nachdem vor drei Wochen der erste und jetzt weiterer Schimmelbefall entdeckt wurde, ist sie bis auf weiteres gesperrt – vermutlich noch monatelang.

„Für uns ist das eine Katastrophe“, sagte Schulleiter Bernd Poepping. Wie und wo die 1000 Schüler jetzt Sport treiben sollen, ist unklar. „Wir versuchen, unsere kleine Halle und die Heederbrookhalle zu nutzen. Aber damit trifft es natürlich auch die anderen Schulen und Vereine.“ Angedacht sei zudem, auf dem Außengelände ein Zelt aufzubauen, sagte Poepping. Die Verwaltung müsse sich aber erst „erkundigen, was das kosten würde“, erklärte Pressesprecher Wolfgang Heins. „Denn ganz billig wäre das sicher nicht.“

Er sehe jedoch „nicht ein, dass wir weiterhin den Sportunterricht systematisch kürzen müssen“, sagte Poepping – der davon ausgegangen war, in den neuen Hallen 4000 Sportstunden pro Jahr anbieten zu können – teils sieben Wochenstunden pro Klasse. Stattdessen gehe die „Flickschusterei“ weiter, „und wir sind nur noch damit beschäftigt, irgendwelche Provisorien zu organisieren“. Das sei „überflüssig wie ein Kropf“ und binde zudem viel Arbeitskraft, so Poepping.

Auf die Verwaltung sei er jedoch nicht sauer, betonte der Schulleiter. Im Gegenteil: „Sie unterstützt uns nach Kräften.“ Auch die Schüler und Eltern „verstehen, dass wir nichts dafür können“. Die Stadt ihrerseits versucht fieberhaft, die Ursachen und damit die für die Schäden Verantwortlichen zu finden. Auch Architekt Florian Betzler habe einen Gutachter beauftragt, sagte Heins. Gegenüber unserer Zeitung wollte Betzler sich nicht äußern. „Dazu geben wir keine Auskunft“, sagte eine Mitarbeiterin lediglich.

Für den BMTV bedeute die Sperrung, dass etliche Kurse ausfallen werden, sagte Vereinschef Wolfgang Starr. „Wir versuchen, irgendwo anders was zu kriegen, aber das ist verdammt schwierig.“ Schlimmer treffe es aber die Schüler, sagte er. „Unsere Sportler können ja zur Not woanders hinfahren. Aber wenn sie das mit 30 Schülern machen, ist die Stunde rum. Ohne Sport.“

In den Sporthallen zeugen diverse Bohrlöcher von den Untersuchungen, mit denen die Schimmelbelastung analysiert wird. Die Sporen haben sich großflächig ausgebreitet: Sogar unter den Fußleisten im ersten Stock wurde Schimmel entdeckt. Als nächstes sollen die Hallenböden großflächig untersucht werden, sagte Heins. Wer weiß, was da ans Tageslicht kommt.

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