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Bokholt-Hanredder : Frist verpasst: Jetzt soll die Säge sprechen

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Im Ortsteil Vossloch sollen alte Rotbuchen gefällt werden. Etwa 100 Jahre standen sie dort.

Bokholt-Hanredder | Kommt es jetzt doch zum Kahlschlag an der „Burg“ in Bokholt-Hanredder? Fallen dort zeitnah mehr Rotbuchen, als noch vor Kurzem angenommen wurde? Offenbar muss diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden. Der Grund dafür: Valentino Burgmann, Besitzer der historischen Villa im Ortsteil Vossloch, habe es versäumt, einen vom Sturm beschädigten Baum rechtzeitig fällen zu lassen, sagt sein Nachbar. Eine Vereinbarung über den Erhalt weitere Bäume sei daher hinfällig. Burgmann ist bestürzt und kann es nicht fassen. „Es sieht sehr schlecht aus“, berichtet der 69-Jährige, der in den vergangenen Wochen stark um das etwa 100 Jahre alte Baumensemble gekämpft hatte.

Noch vor zwei Tagen war Burgmann der Überzeugung, dass nur einer der Bäume aufgrund eines Sturmschadens entfernt werden müsse. Zwei weitere schienen gerettet zu sein, da er sich mit seinem Nachbar darauf verständigt hatte, eine auf dessen Grundstück stehende Buche dieses Ensembles bis auf weiteres stehen zu lassen. „Das war die Grundbedingung für den Erhalt einer weiteren auf meinem Grundstück“, so Burgmann. Beide Bäume sind über ihre Wurzeln miteinander verbunden. Andererseits hatte sich der „Burg“-Besitzer verpflichtet, den vom Sturm „Xaver“ beschädigten Baum bis Ende Januar entfernen zu lassen. Doch das geschah erst am gestrigen Donnerstag.

„Den Auftrag hatte ich am 24. Januar erteilt, doch die Arbeiten verzögerten sich aufgrund der anhaltenden Minustemperaturen“, betont Burgmann. Er kann nicht verstehen, dass diese für ihn „unwesentliche Verspätung“ nun als Begründung seines Nachbarn dient, von der schriftlich gefassten Vereinbarung mit ihm abzukommen und den gesunden Baum am kommenden Montag doch fällen zu lassen. „Und das mit der Konsequenz, dass ich eine weitere Rotbuche entfernen lassen muss – ob ich will oder nicht“, sagt Burgmann verärgert. Sollte die Rotbuche in Nachbars Garten verschwinden, werde es definitiv keinen anderen Ausweg geben. „Der Erhalt des Baumes ist nur möglich, wenn mein Nachbar seinen stehen lässt. Das Wurzelwerk ist miteinander verknüpft, der sichere Stand der Buche auf meinem Grundstück nicht mehr gewährleistet“, erklärt Burgmann.

Seitens des Ordnungsamts des Amts Rantzau erhielt Burgmann diesbezüglich eine überaus deutliche Anordnung. „Wenn die Rotbuche auf dem benachbarten Grundstück zur Burg entfernt wird, muss auch die Buche auf dem Grundstück von Herrn Burgmann fallen – und zwar umgehend“, bestätigt Rainer Schattauer vom Amt Rantzau. Dabei betont er, dass die Sicherheit für die Bürger an dieser Stelle oberste Priorität habe. Nicht umsonst sei der Durchgang „Haases Park“ bereits seit mehreren Wochen gesperrt.

Valentino Burgmann, der diesen Aspekt „durchaus nachvollziehen kann“, will aber immer noch nicht aufgeben. „Ich appelliere nochmals an meinen Nachbarn, sich bitte an unsere Vereinbarung zu halten und entsprechend den Baum stehen zu lassen“, so der „Burg“-Besitzer. Sein Nachbar ist zu einem Einlenken allerdings nicht mehr bereit. „Herr Burgmann hat sich nicht an die Vereinbarung gehalten und den Baum auf seinem Grundstück in der vereinbarten Frist entfernt“, erklärt Erhard Ludwig auf Anfrage dieser Zeitung. Deshalb habe er mittlerweile einer Fachfirma den Auftrag zum Fällen der Rotbuche erteilt. Ludwig betont dabei: „Ein zweites Mal ziehe ich den Auftrag nicht zurück.“

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erstellt am 07.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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