zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

12. Dezember 2017 | 21:16 Uhr

Bokholt-Hanredder : Freie Sicht für Autofahrer

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Parkplatzausfahrt an der Waldstraße soll sicherer werden, eine Eibe sowie Astwerk wird entfernt. Diskussion über die Zuschneidung einer Linde auf Privatgrundstück. Politiker nannten das Handeln „Gutsherren-Mentalität“.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Bokholt-Hanredder | Freie Sicht an der Waldstraße: Der Wegeausschuss der Gemeinde Bokholt-Hanredder hat am Mittwochabend entschieden, eine Eibe sowie Astwerk am Parkplatz an der Einmündung zur Voßlocher Chaussee zu entfernen. Auf diese Art und Weise sollen Autofahrer wieder eine bessere Sicht auf die Waldstraße erhalten, wenn sie den Parkplatz verlassen. „Wenn da etwas passiert, kann es sein, dass die Gemeinde in Regress genommen wird“, so Ernst-Jürgen Huckfeldt (parteilos), Vorsitzender des Ausschusses.

Länger diskutierten die Ausschussmitglieder mit Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU) über den Antrag auf Fällung einer Linde auf einem Grundstück an der Hauptstraße. Die Politiker sprachen von „Gutsherren-Mentalität“, einem „willkürlichen Handeln“ sowie einer „übers Knie gebrochenen“ Entscheidung. Der Grund: Laut Mohr hatte der Antragsteller den Baum vor Kurzem bereits ohne Einverständnis der Gemeinde stark zurückgeschnitten.

Der Anwohner habe ihn angerufen und von Totholz in der Linde berichtet, so Mohr über den Fall. „Wir haben uns den Baum angeschaut, und es war Totholz in der Krone zu erkennen“, berichtete er weiter. Seine Entscheidung: „Den Baum kann man wegnehmen, bevor etwas passiert.“ Dann habe er noch einmal beim Amt Rantzau nachgefragt und in einem Bebauungsplan nachgeschaut. „Dort war der Baum als erhaltenswert verzeichnet“, sagte Mohr. Er habe daraufhin den Bürger angerufen, seine Zusage zurückgezogen und ihm mitgeteilt, dass im Wegeausschuss über sein Anliegen, den Baum zu fällen, gesprochen werde. „Er hat sich nicht daran gehalten“, so Mohr. Mit einem schriftlichen Antrag samt Fristsetzung sei die Gemeinde anschließend vom Bürger unter Druck gesetzt worden.

Mittlerweile würde auf dem Grundstück nur noch ein Fragment der Linde stehen, sagte Mohr. „Man kann jeden Baum fachlich zurückschneiden“, ergänzte Huckfeldt. „Aber so, wie das jetzt ist, ist es ein Marterpfahl geworden.“ Der Betroffene nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung, er war während der öffentlichen Sitzung nicht anwesend.

Länger berieten die Politiker darüber, wie sie mit dem Fall umgehen sollten. Ihre Entscheidung: Zwei Bäume soll der Anwohner auf seinem Grundstück als Ausgleich nachpflanzen. Falls das nicht möglich ist, sollen die Bäume auf einem Gemeindegrundstück gepflanzt werden. „Damit liegt der Ball jetzt wieder beim Bürger“, so Huckfeldt über den einstimmig gefassten Beschluss.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen