Rantzauer Forst : Förster appelliert: „Rettungspunkte nicht zuparken“

Zufahrten neben den Rettungspunkten – hier an der Schnakentwiete im Rantzauer Forst – sollen frei bleiben.
Zufahrten neben den Rettungspunkten – hier an der Schnakentwiete im Rantzauer Forst – sollen frei bleiben.

Einsatzfahrzeuge kommen bei Falschparkern nicht durch. Die Pfosten waren einst für Waldarbeiter gedacht.

shz.de von
10. August 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Sie sind sicherlich jedem, der sich in einem Wald aufhält, schon einmal aufgefallen: die hölzernen, oben rot gestrichenen Pfosten, an denen kleine Schilder mit Nummern befestigt sind. Einige dieser sogenannten Rettungspunkte stehen auch im Rantzauer Forst bei Barmstedt – etwa in der Schnakentwiete, die von der Pinneberger Landstraße abzweigt. Der dortige Standort sei allerdings „ständig zugeparkt“, ärgert sich Förster Ditmar Langer. Er appelliert an alle Autofahrer, ihre Fahrzeuge dort nicht abzustellen. „Das ist eine Einfahrt. Da muss ein Rettungswagen stehen und durchfahren können.“

Vor zehn Jahren initiiert

Die Rettungspunkte seien vor etwa zehn Jahren von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten initiiert worden, berichtete deren Mitarbeiter Volker Weiß auf Anfrage unserer Zeitung. „Sie dienen bei Rettungseinsätzen als Treffpunkte für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste.“ Eigentlich, so Weiß, „müsste man sie daher eher Rendez-vous-Punkte nennen.“ Hauptsächlich seien sie für die im Wald eingesetzten Mitarbeiter der Landesforsten gedacht, „da die einen gefährlichen Arbeitsplatz haben“. Doch auch alle anderen Waldbesucher könnten sie natürlich nutzen. Die auf den Pfosten angegebenen Nummern müsse man sich aber nicht merken, betont Stefan Denschtädt, Leiter der Abteilung Organisation der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH). „Die Waldarbeiter wissen sie meist, aber falls jemand im Wald verunfallt und Hilfe braucht, reicht es zu sagen, wo man sich ungefähr aufhält“, erklärte er. Da jeder Rettungspunkt mit seinen Koordinaten bei der Einsatzleitstelle hinterlegt sei, könnten die Helfer sehen, wohin sie fahren müssten. „Von dort aus können sie dann abgeholt und zu den Hilfsbedürftigen gebracht werden“, so Denschtädt. Bei einem Test habe er festgestellt, „dass es gut funktioniert. Und ich war überrascht, wie schnell die Retter vor Ort waren.“

Keine Zahlen über Einsätze

Wie oft die Rettungsdienste zu Einsätzen an die Rettungspunkte ausrücken mussten, konnte Denschtädt nicht beziffern. „Eine auffällige Häufung ist mir aber nicht bekannt“, sagte er. Auch die Einsatzleitstelle konnte am Donnerstag noch keine Zahlen für den Kreis Pinneberg nennen. „Da müssen wir tief in die Statistik einsteigen“, sagte ein Mitarbeiter.

Als eine gute Idee hätten sich die Rettungspunkte auf jeden Fall erwiesen, wie Weiß betonte. „Unserer Initiative haben sich etliche private und kommunale Waldbesitzer angeschlossen.“ Wo genau im Wald die Pfosten aufgestellt werden, sei unterschiedlich, erklärte er. „Das hängt von den örtlichen Gegegebenheiten ab, da gibt es keine Systematik.“ Es gebe aber die App „Hilfe im Wald“, die die Standorte anzeige. Zudem seien sie bei Open Street Map eingepflegt.

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