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Barmstedt : Flüchtlinge: Zahl sinkt zurzeit rapide

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedt rechnet bis April mit etwa zwei Asylbewerbern pro Woche. Im „Seegarten“ sollen vor allem Familien unterkommen.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Zahl der Barmstedt zugewiesenen Flüchtlinge sinkt seit Jahresbeginn rapide. Statt – wie noch vor Kurzem prognostiziert – 1000 pro Woche, verteile das Land zurzeit nur etwa 200 Asylbewerber auf die Kommunen, berichtete Fachamtsleiter Uwe Dieckmann. „Das bedeutet für uns etwa ein bis zwei pro Woche.“ Doch die Zahlen schwankten stark: So sei im vergangenen Oktober noch von 680 für das gesamte Jahr 2016, im Dezember dann nur noch von 340 Flüchtlingen die Rede gewesen, die Barmstedt zugewiesen würden. „Diese Schwankungen machen die Planung extrem schwierig“, sagte Dieckmann. Er glaube aber nicht, dass der sinkende Trend anhalte. „Im Moment liegt es daran, dass das Land über den Jahreswechsel die Erstaufnahmeeinrichtungen fertig gestellt hat und jetzt erst einmal die freien Plätze dort belegen wird.“ Ab April, vermutet er, „werden die Zuweisungen an die Städte und Gemeinden wieder deutlich steigen“.

Wegen der unklaren Vorhersagen stehe auch noch nicht fest, wann die ersten Flüchtlinge ins ehemalige Restaurant „Rosenkavalier“ an der Königstraße und ins Hotel „Seegarten“ am Rantzauer See einziehen werden, sagte Dieckmann. Sicher sei aber, „dass wir einige, die schon länger in Barmstedt wohnen, sukzessive dorthin umsiedeln werden“. So solle versucht werden, im „Seegarten“ möglichst Familien unterzubringen. Wie berichtet, ist der Standort in der Bevölkerung und auch in der Politik wegen der Nähe zum See umstritten.

Am Donnerstagabend hatte Dieckmann 15 Mitglieder der Barmstedter Facebook-Gruppe getroffen – in der es teils massive Kritik an der Unterbringung im „Seegarten“ gegeben hatte –, um ihnen die Situation zu erläutern und Fragen zu beantworten. „Die Stimmung war recht ruhig, aber es wurden auch Ängste geäußert“, sagte eine Teilnehmerin gestern. „Wir hoffen, dass die Stadt ihre Zusage einhält und vor allem Familien dort unterbringt. Aber man macht sich schon so seine Gedanken.“ Zumal der Wunsch nach einem Sicherheitsdienst abgelehnt worden sei.

In Bezug auf die Betreuung der Flüchtlinge sei Barmstedt dank des großen ehrenamtlichen Engagements sehr gut aufgestellt, sagte Dieckmann. „Für die aktuell etwa 110 Flüchtlinge haben wir 75 Helfer. Das ist super.“ Darüber hinaus habe die Caritas eine hauptamtliche Stelle für die Arbeit im Integrationszentrum Leuchtturm besetzen können. Die zahlreichen dort initiierten Projekte – als nächstes ist ein interkultureller Garten geplant – könnten auch „eine Chance sein, weitere Projekte für andere Gruppen anzubieten. Diesen Schwung sollte man nutzen.“

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