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Barmstedt : Flüchtlinge: Stadt sucht Wohnraum

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Zahl der Hilfebedürftigen wird sich vervierfachen. „Die Zahlen steigen dramatisch an“, sagt Fachamtsleiter Uwe Dieckmann.

Barmstedt muss in den kommenden Wochen etwa vier Mal mehr Flüchtlinge unterbringen als bisher. „Die Zahlen steigen dramatisch an“, sagt Fachamtsleiter Uwe Dieckmann. Statt vier bis fünf Flüchtlingen pro Woche, werden der Stadt ab Mitte September 16 bis 20 zugewiesen werden. Die Verwaltung sieht dem Ansturm mit Sorge entgegen. Lege man zugrunde, dass die von der Stadt geplante Flüchtlingsunterkunft an der Feldstraße für zwölf bis 20 Personen ausgelegt sei, „müssten wir jede Woche eine solche Unterkunft bauen“, so Dieckmann. „Wie sollen wir das machen?“

Auch der Verwaltungsmitarbeiter, der sich zuerst um die Flüchtlinge kümmere, sei überlastet, sagt Dieckmann. „Eigentlich sind dafür drei Prozent seiner Arbeitszeit vorgesehen. Mittlerweile ist es die Hälfte.“ Andere Aufgaben blieben notgedrungen auf der Strecke.

Zurzeit betreuen die Stadt Barmstedt und die Ämter Rantzau und Hörnerkirchen etwa 120 Flüchtlinge. Sie seien dezentral untergebracht, sagt Dieckmann. Das sei positiv, werde aber zunehmend schwierig. „Wir finden kaum noch Wohnraum.“ Dabei seien die bürokratischen Hürden für die Vermieter nicht so hoch, wie vielfach angenommen werde. „Theoretisch können Privatpersonen auch ehemalige Kinderzimmer in ihrem Haus vermieten.“ Das wäre die beste Integration, die er sich vorstellen könne, so Dieckmann.

Wie berichtet, hat die Verwaltung den Bau der geplanten Unterkunft an der Feldstraße gestoppt, weil sich die Kosten nach einer neuen Kalkulation von 450  000 auf 735  000 Euro erhöht hatten. Am 22. September wird der Hauptausschuss darüber beraten, ob das Haus dennoch gebaut werden soll. Die SPD spricht sich bereits dafür aus. „Wir sind uns in der Fraktion einig, dass die Verwaltung weiter die Unterkunft planen soll“, so Fraktionschef Hans-Christian Hansen. Da die dezentrale Unterbringung an ihre Grenzen stoße, „werden wir die Verwaltung bei der Realisierung der Flüchtlingsunterkunft unterstützen. Die Stadt hat unser Vertrauen und soll den Bau, auch zeitlich verzögert, umsetzen.“

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erstellt am 08.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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