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Bevern/Bullenkuhlen : Feuerwehr – längst keine Männerdomäne mehr

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Jennifer Frisch und Gesa Glismann erzählen von ihren Erfahrungen bei den Brandbekämpfern.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Als sie an ihrem ersten Dienstabend die Schwelle des Feuerwehrgerätehauses in Bevern überschritt, sei das schon ein komisches Gefühl gewesen, sagt Jennifer Frisch. „Ich wusste nicht, wie die Kameraden reagieren. Aber als ich dann eintrat, habe ich mich gleich gut aufgenommen gefühlt“, so die 42-Jährige.

Frisch ist die erste Frau in der Geschichte der Beverner Wehr. Während der Jahreshauptversammlung 2014 wurde sie als Anwärterin aufgenommen, Mitte Januar dieses Jahres wurde sie zur Feuerwehrfrau befördert. Die Bevernerin ist eine von 186 aktiven Feuerwehrfrauen im Kreis Pinneberg bei insgesamt etwa 2600 Brandbekämpfern. „Eine Männerdomäne ist die Feuerwehr schon lange nicht mehr“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Bunk. „Die Frauen packen genauso an wie die Männer, sie machen denselben Dienst.“ Auch aus den Jugendwehren – dort gibt es 193 aktive junge Frauen – würden viele anschließend in die Wehren ihrer Gemeinden und Städte übertreten.

Frisch kam zur Beverner Feuerwehr, um anderen Menschen zu helfen. „Ich wollte schon lange dahin“, erzählt sie. „Durch meinen Partner, der ebenfalls in der Wehr ist, habe ich viele Einsätze miterlebt. Da wurde es dann immer interessanter.“ Bei der Entscheidung für die Feuerwehr habe auch ihr Sohn, der in diesem Jahr 16 Jahre alt wird, eine große Rolle gespielt: „Daher bin ich erst später eingestiegen. Wenn er größer ist, kann man ihn auch allein lassen.“

Bei der Beverner Feuerwehr fühle sie sich sehr wohl, sagt Frisch. „Es hat mir keiner das Gefühl gegeben, dass ich als Frau nicht erwünscht bin.“ Über weitere Frauen in der Mannschaft würde sie sich sehr freuen. „Es gibt für jeden die passende Aufgabe bei der Feuerwehr“, so die 42-Jährige. „Ich kann Interessentinnen nur raten, zu einem Dienstabend zu kommen, um sich das ganze anzuschauen.“

Das sieht auch Beverns Wehrführer Stefan Timm so. „Ich würde mir mehr Interesse wünschen“, berichtet er. Ob Mann oder Frau: „Wir machen keinen Unterschied“, sagt er.

Anders als Jennifer Frisch ist Gesa Glismann aus Bullenkuhlen bereits seit Jahren bei der Feuerwehr. Im Januar 2003 trat die heute 24-Jährige in die Jugendwehr ein, 2009 wechselte sie in die aktive Wehr über, seit Ende Januar ist sie Jugendwartin der Jugendwehr Rantzau-West. „Mich stört es nicht, dass ich die einzige Frau in der Bullenkuhlener Wehr bin“, sagt die Tochter von Wehrführer Ulf Glismann. Bei der Feuerwehr habe sie auf jeden Fall anheuern wollen: „Ich kann so anderen Menschen helfen, außerdem hat es mit Technik zu tun.“

Frauen, die sich für die Arbeit der Brandbekämpfer interessieren, rät sie, es auf jeden Fall einmal auszuprobieren. „Die Feuerwehr ist nicht nur für Männer. Man sollte auch nicht davor zurückschrecken, wenn man die einzige Frau ist“, sagt Glismann. Während der Einsätze helfe sie dort, wo sie gebraucht werde.

Bei der Feuerwehr in Bullenkuhlen fühle sie sich sehr wohl, so die 24-Jährige weiter. „Ich kenne alle schon, seit ich klein bin“, berichtet Glismann. „Es wird niemand anders empfangen, als ich es bin.“

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