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„Immer mehr Bagatell-Einsätze“ : Feuerwehr Barmstedt zieht Bilanz für 2016

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kameraden mussten im vergangenen Jahr 94 Mal ausrücken. Der Trend geht zu immer mehr technischen Hilfeleistungen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Trotz einiger krankheitsbedingter Absagen zeigte sich der Versammlungsraum in der Feuerwache an der Marktstraße anlässlich der Jahreshauptversammlung der Barmstedter Feuerwehr überaus gut gefüllt, als Wehrführer Uwe Schinkel die Anwesenden begrüßte – unter ihnen der Landtagsabgeordnete Peter Lehnert, Barmstedts scheidender Polizeichef Peter Kroll sowie Vertreter des Stadtparlaments, des Kreisfeuerwehrverbandes sowie diverser Institutionen aus der Schusterstadt.

In seinem Jahresbericht 2016 ging Schinkel nicht im Detail auf die insgesamt 94 Einsätze der Wehr ein, die im vergangenen Jahr geleistet wurden, bemerkte aber kritisch deren Tendenz zu immer mehr technischen Hilfeleistungen. Er skizzierte kurz das Aufgabenspektrum: „Die Feuerwehr als Hausmeisterdienst“; „Türnotöffnung und Tragehilfe für den Rettungsdienst“; „Rauchwarnmelder, die seit Stunden piepen und die jeweiligen Nachbarn nerven, von der Zimmerdecke holen“; „Brandmeldeanlagen ausstellen, weil mal wieder zu kräftig gekocht wurde oder die Pizza im Ofen vergessen wurde.“ Wie im Rettungsdienst siehe man auch die Freiwillige Feuerwehr immer häufiger als Dienstleister bei unterschiedlichsten Problemen im Alltag. „Es ist aber unsere Aufgabe, Menschenleben zu retten, Feuer zu bekämpfen und nicht den Keller zu feudeln oder bei einer Rauchschwade im Ort den Nachbarn beim Grillen zu besuchen“, so Schinkel.

Weiterer Appell für einen Neubau

Aber es gab auch gewichtige Momente – beispielsweise bei schweren Verkehrsunfällen unter anderem mehrfach an der Steenfatt-Kreuzung in Groß Offenseth-Aspern. Positiver Aspekt dabei: die immer wieder gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr vor Ort. Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt des Berichts stellte die gegenwärtige Raumsituation der Barmstedter Kameraden dar. Bereits mehrfach plädierte Schinkel dafür, dass für die Brandbekämpfer in der Schusterstadt ein Neubau errichtet werden sollte, so auch während dieser Versammlung. Die Standards der Einrichtung an der Marktstraße seien den gegenwärtigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Das beauftragte Gutachten eines Ingenieurbüros bringe jetzt eine Entscheidungshilfe für die Stadtvertreter zum Neubau der Feuerwache.

„Ja, ich wiederhole es immer wieder: Eine Sanierung der Wache sorgt bei dem Gebäudezuschnitt nicht für eine von der Feuerwehrunfallkasse zulässige Raumnutzung“, unterstrich Schinkel, der aber aufgrund mehrere geführter Gespräche mit Verwaltung und Politik guter Hoffnung sei, „das wir eine gute Lösung finden“.

Nachdem der Wehrführer gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Ernst R. Sass und Olaf Kielmann vom Kreisfeuerwehrverband mehrere Ehrungen und Beförderungen vornahm und darüber hinaus Neuaufnahmen sowie einige erforderliche Wahlen stattfanden, erhielt Schinkel beim Tagesordnungspunkt „Grußworte der Gäste“ noch Schützenhilfe für das Anliegen der Barmstedter Wehr.

Der noch amtierende Polizeichef Peter Kroll stimmte dem Wehrführer hinsichtlich der nicht befriedigenden Ist-Situation, was die räumlichen Bedingungen der Feuerwache betrifft, deutlich zu. Mehr noch: Er beschrieb die Situation der Barmstedter Polizeiwache als einen entsprechenden Fall mit ähnlich dringendem Handlungsbedarf. Vielleicht wäre von daher die Einrichtung eines gemeinsamen Sicherheitszentrums in Barmstedt die beste Idee für die Zukunft – vor allem auch in Hinblick auf die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei, so Kroll.

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