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Barmstedt/Bevern : Feiern am anderen Ende der Welt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Carolin Busse aus Barmstedt sowie Theresa Wiencken und Yannick Timm aus Bevern begehen die Festtage dieses Jahr im Sommer.

Barmstedt/Bevern | Weihnachten im T-Shirt am anderen Ende der Welt erleben heute zwei junge Leute aus Bevern. Yannick Timm (19) ist seit Oktober im neuseeländischen Christchurch und arbeitet als Zeitarbeiter bei einer Tiefbaufirma im Straßen- und Fußwegebau. Bei Sonnenschein und Hitze verbringt auch Theresa Wiencken (21) aus Bevern das Fest in Australien. Ebenfalls in die Ferne zog es Carolin Busse aus Barmstedt. Sie ist derzeit in Südafrika.

Für Yannick Timm bedeutet der Job auf dem Bau Knochenarbeit bei etwa 30 Grad im Schatten. Einige deftige Sonnenbrände habe er sich bereits eingehandelt, erzählt er. Mit seinem Verdienst hat er sich ein Auto gekauft, um sechs Monate lang das Land zu erkunden. Erst die Südinsel, dann die Nordinsel.

Zum Weihnachtsfest fährt Yannick nach Hammer Springs, um mit Freunden aus Deutschland zu feiern. Sie arbeiten dort in einer Bar. „Wir verbringen das Fest an Thermalquellen, in denen wir baden können, und trinken dazu kaltes Bier“, sagt Yannick. Auch ein leckeres Weihnachtsessen gibt es. Mit seiner Familie tauscht er per Skype heute die Weihnachts-grüße aus. Ein Paket von zu Hause hat er auch schon erhalten und auch eines an die Familie geschickt.

Den fehlenden Weihnachtsbaum vermisst er nicht besonders. „Wir wollen wandern und mountainbiken“, so Yannick. Auch Silvester feiert er einmal anders als sonst. Baden statt böllern steht auf dem Programm – am Strand in Nelson. „Dort lassen wir die Seele bau-meln“, sagt Yannick.

Zu Hause habe er sich schon bei seinem Vater, dem Maurermeister Stefan Timm, Taschengeld verdient. Ihm gefällt der Auslandsaufenthalt. „Ich habe Kontakte zu den Kiwis, also den Neuseeländern, und Maoris, die alle sehr angenehme Zeitgenossen sind“, so Yannick.

Theresa Wiencken (21) aus Bevern ist zum Weihnachtsfest in Australien unterwegs. Seit September arbeitet sie als Au-pair im Bundesstaat Western Australia – bei einer Familie, die eine Paprikafarm betreibt. Die gelernte Erzieherin betreut drei Kinder (ein, drei und sechs Jahre alt). „Ich wollte nach der fünfjährigen Ausbildung die Welt sehen, bevor ich in Arbeitsleben und Alltag einsteige“, sagt Theresa.

Das Fest verbringt die Familie mit Verwandten und Theresa beim Campen auf einer 60 Kilometer vom Festland entfernten Insel, wohin sie mit dem Boot gefahren sind. „Wir werden tauchen, mit dem Jetski fahren, Stand-Up-Paddling machen und auf der schwimmenden Insel schaukeln“, sagt sie. Jeder bringe etwas zu essen mit, und über einer großen Feuerschale werde Fleisch gebraten. „Ich mache Kartoffelsalat“, so Theresa „Die Weihnachtszeit ist hier etwas seltsam für mich“, erzählt sie. „Wir haben hier zwischen 30 und 40 Grad.“

Sie habe viel Weihnachts-musik gehört, um in Stimmung zu kommen, sagt Theresa. Die Familie habe einen weißen, unechten Tannenbaum mit blauen Kugeln, den sie mehr kitschig als weihnachtlich findet. „Die Australier kennen keinen Nikolaus. Während der Adventszeit kommt Sparkels, ein kleiner Elf, zu den Kindern und berichtet dem Weihnachtsmann jeden Tag, ob sie artig waren“, sagt die Bevernerin. Zur Begeisterung der Familie führte sie den Nikolausbrauch ein. „Geschenke gibt es am 25. Dezember, mein Paket von zu Hause liegt im Kühlschrank“, so Theresa. Sie wisse nicht, ob es verderbliche Sachen enthalte, denen die Hitze nicht bekommen würde. Nach der sechsmonatigen Au-pair-Zeit will sie sich mit Freunden ein Auto kaufen und das Land bereisen.

Ebenfalls in die Ferne hat es Carolin Busse aus Barmstedt (20) gezogen. Sie plant dort in aller Ruhe ihren beruflichen Werdegang. In Südafrika absolviert sie ein Praktikum in einem Guesthouse, in dem sie mit einer weiteren Praktikantin wohnt. Sie kümmert sich um Küche, Büro und Zimmerservice. „Die Arbeit bringt Spaß, allerdings fehlt mir das Weihnachtsgefühl, weil ich immer denke, es ist Juni“, so Carolin. Aber an Heiligabend muss sie ohnehin arbeiten. Am 1. Weihnachtstag haben die belgischen Hotelbesitzer sie und die andere Praktikantin zum traditionellen Braai eingeladen, einer Art Barbecue. „Hier in den Winelands ist es schön, aber ich habe nicht viel Freizeit“, beschreibt Carolin ihren Job. Busse fahren dort auch nicht, und in der Dunkelheit sollte man sich nicht ohne Begleitung draußen aufhalten. Carolin wird nach drei Monaten nach Sansibar weiterreisen.

Alle drei verbindet eins: Sie lassen aus der Ferne ihre Eltern und Freunde ganz lieb grüßen.

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erstellt am 24.Dez.2015 | 09:42 Uhr

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