Nabu Barmstedt : Fahrradtour durch die Moore

20 Frauen und Männer nahmen an der Fahrradtour  rund um Westerhorn teil, die der Nabu Barmstedt organisiert hatte.
20 Frauen und Männer nahmen an der Fahrradtour rund um Westerhorn teil, die der Nabu Barmstedt organisiert hatte.

Auf einer gemeinsamen Ausfahrt wurden Einblicke in die Öko-Landwirtschaft vermittelt.

shz.de von
12. August 2014, 16:00 Uhr

Barmstedt | Wie schonende Landwirtschaft aussieht und was man aus ihr kulinarisch machen kann, haben 20 Interessierte am Wochenende bei einer Fahrradtour durch die Moore rund um Westerhorn erfahren, die der Barmstedter Nabu um Hans-Peter Lohmann und Hans-Jürgen Raddatz organisiert hatte. Die Gruppe startete am Klein Offenseth-Bokelsesser Moor, das seit 30 Jahren den Schwerpunkt der Arbeit der Naturschützer bildet.

An das Kerngebiet des Moores – das durch sanfte Pflege, Entbirkung und Wiedervernässung wieder in seinen Ursprungszustand versetzt wurde – schließen sich landwirtschaftlich genutzte Moorflächen an. Dort begann der andere Teil der Tour: zu erfahren, wie der Mensch diese Naturräume mit Rücksicht auf die Fauna und Flora bewirtschaften kann. Das hat sich Landwirt Konrad Schwarz zur Lebensaufgabe gemacht. Seine Angusrinder beweiden die Moorwiesen. „Das sind Robustrinder“, erklärte Agraringenieurin Ingrid Schulze von der landeseigenen Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Sie sind auch im Winter draußen und steigern durch ihre ganzjährige Beweidung die biologische Vielfalt auf den Flächen.“ Weder Düngung noch Pestizide beeinträchtigten die Wiesen, und ihre Ränder seien Rückzugsgebiete für Vögel, so Schulze: „Hier haben wir die letzten Bekassinen im Kreis.“

Anschließend führte die Tour die Gruppe nach Hohenfelde auf den Angushof von Konrad Schwarz. Der Hausherr erläuterte den Radlern nicht nur, was naturnahe Landwirtschaft in der Praxis bedeutet, sondern stand auch höchstselbst am Grill, um für seine Gäste in großzügigen Mengen Fleisch seiner Rinder zu braten. An seiner Seite stellte der Lutzhorner Milchbauer Achim Bock von den „Öko-Melkburen“ seine Jahreszeitenmilch vor, deren Zusammensetzung und Geschmack sich mit den Jahreszeiten verändere, wie er erläuterte.

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