Barmstedt : Fällarbeiten im Rantzauer Forst

Auch direkt entlang der Voßlocher Chaussee sollen vereinzelt Bäume gefällt werden.
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Auch direkt entlang der Voßlocher Chaussee sollen vereinzelt Bäume gefällt werden.

Die Landesforsten lassen ausgewählte Bäume entnehmen. Das Ziel: die Entwicklung eines „stabilen Waldes“.

shz.de von
13. Juli 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Wer sich in den kommenden Wochen im Rantzauer Forst in Barmstedt aufhält, wird sie vielleicht bemerken: die umfangreichen Fällarbeiten. Auf insgesamt 20 Hektar nördlich und südlich der Voßlocher Chaussee lassen die Landesforsten „selektiv Bäume entnehmen“, wie Ditmar Langer, Revierleiter der für das Gebiet zuständigen Försterei Kummerfeld, im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert. „Wir greifen lieber ein, bevor die Bäume zu hoch und zu dünn werden“, sagt er. Durch das selektive Fällen einzelner Bäume erhielten die verbleibenden mehr Platz im Kronen- und Wurzelbereich und könnten so ihr Wurzelwerk und ihre Kronen vergrößern. „Das führt zu mehr Vitalität und damit letztlich zu mehr Stabilität des Waldes“, so Langer.

Für Waldbesucher bedeuten die Arbeiten, die etwa drei bis vier Wochen dauern werden, dass sie die wegen der Fällungen gesperrten Gebiete und Wege nicht betreten dürfen. „Die Sperrungen müssen auf jeden Fall beachtet werden“, sagt Langer, denn es könne trotz aller Vorsicht passieren, „dass ein Baum auf den Weg fällt“. Eventuell werde auch sonnabends gearbeitet, sagt Langer – sonntags allerdings nicht.

Für die Arbeiten haben die Landesforsten ein Forstunternehmen beauftragt, das mit einem Harvester – zur Fällung und Aufarbeitung – und mit einem Forwarder – zum Schleppen – im Einsatz sein werde, erklärt Langer. Bis zum Abtransport werde das Holz an den mit Lkw befahrbaren Hauptwegen gelagert. Durch eines der Fäll-Gebiete führe der Krückauwanderweg, sagt Langer. „Das lässt sich leider nicht vermeiden. Aber der Weg wird wieder hergestellt.“

Direkt an der Voßlocher Chaussee werden ebenfalls einzelne Bäume gefällt, so Langer. „Wir werden dort den Waldinnenrand bearbeiten, um das Lichtraumprofil der Straße zu erhalten und einen strukturierten Waldrand zu schaffen.“ Da die Arbeiten von der Straße aus erfolgen werden, müssen Autofahrer währenddessen mit Behinderungen rechnen. „Vermutlich werden wir eine Ampel aufstellen, aber das steht noch nicht fest“, sagt Langer. Er rechnet aber damit, dass die Arbeiten nicht viel länger als einen Tag dauern und gegen Ende der gesamten Maßnahmen erfolgen.

Alle Fällarbeiten betreffen jüngere Mischwälder aus Laub- und Nadelholz, die von der Forstplanung bereits 2012 als „pflegedringlich“ eingestuft worden seien, erklärt Langer – und eigentlich sei die Maßnahme schon für den vergangenen Herbst vorgesehen gewesen. „Aber da waren die Böden wegen des vielen Niederschlags zu nass, so dass wir sie auf dieses Jahr verschoben haben.“ Was sich als vorteilhaft erwiesen habe, denn wegen der wochenlangen Trockenheit seien die Wege gut befahrbar. „Wir hoffen, dass die Witterung während der Arbeit anhält, damit wir Wegeschäden weitestgehend vermeiden können“, so Langer.

Der Auftrag werde etwa 15 000 Euro kosten, schätzt der Revierleiter. Doch die Landesforsten werden am Holz auch verdienen: Was nutzbar sei, werde aufgearbeitet und an holzverarbeitende Betriebe verkauft, erklärt Langer. „Zum Teil geht es an die Industrie, etwa für Paletten oder Kisten, zum Teil wird es eventuell für Parkett oder als Brennholz verwendet.“

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