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Barmstedt : „Es war wie eine kleine Sintflut“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Innerhalb von drei Tagen bersten drei Wasserleitungen. Betroffen war auch die Gastronomie am Rantzauer See.

Barmstedt | „Es war wie eine kleine, schwarze Sintflut“, sagt Christian Penns. Er stand am Montagnachmittag gerade im Saal der Gaststätte „Zum Bootssteg, als wenige Meter oberhalb an der Straße Rantzau ein Wasserrohr brach. „In Höhe der alten Eiche kam es aus dem Ausguss und ist dann in Richtung See runtergeschossen“, sagt Penns, der zusammen mit seinen Eltern Vater die Gastästte betreibt. Auch der halbe Parkplatz sei überflutet worden. Da die Wasserversorgung unterbrochen war, „mussten wir das Restaurant schließen“, sagt Penns. „Die Toiletten waren nicht mehr nutzbar, und ich hätte kein Spargelwasser mehr ansetzen und keine Kartoffeln kochen können.“ Die Gäste hätten es aber mit Humor genommen. „Und es war das erste Mal in den 20 Jahren, die ich hier arbeite, dass so etwas passiert ist.“ Glücklicherweise, so Penns, sei es ein Montag gewesen. „Sonntags, wenn es hier überall rappelvoll ist, wäre es viel ärgerlicher gewesen.“

Nicht nur das Restaurant, auch zehn Anwohner und die Schlossinsel waren von dem Rohrbruch betroffen. Das Schlossgefängnis etwa musste ebenfalls eher schließen. Gegen 21.30 Uhr hatten die Stadtwerke dann eine provisorische Wasserversorgung aufgebaut. „Vorher konnten sich alle Betroffenen an Hydranten Wasser holen“, sagte Hans-Jürgen Lohmann, Gas- und Wassermeister bei den Stadtwerken. Doch davon sei nicht allzu viel Gebrauch gemacht worden. Gastwirt Bernd Penns etwa hatte sich mit Wasser aus dem See beholfen, um die Toiletten zu spülen.

Während der Rohrbruch am See bereits am späten Montagabend komplett repariert war, dauern die Arbeiten am zweiten noch an: Kurz bevor die Leitung am See brach, war an der Einmündung Pinneberger Landstraße/Moltkestraße ebenfalls ein Wasserrohr gebrochen. „Um 16.15 Uhr ging der erste Anruf aus der Moltkestraße bei uns ein“, sagte Lohmann. Die Mitarbeiter hätten „noch schnell das Wasser abgestellt und die Notversorgung aufgebaut“. Ab 22.30 Uhr hätten die 17 betroffenen Wohneinheiten wieder fließendes Wasser gehabt. Die Reparatur gestalte sich indes aufwändiger als an der Straße Rantzau. Die sechs Arbeiter mussten ein Teil des Geh- und Radwegs im Kurvenbereich aufgraben und die Abbiegespur in Richtung Innenstadt sperren. „Am Montagnachmittag hat sich der Verkehr zeitweise bis an den Kreisel zurückgestaut“, sagte Lohmann. Es gehe aber nicht anders. „Das hat auch die Polizei so genehmigt. Und abends räumen wir die Spur auch wieder frei, aber irgendwo müssen wir ja auch die Geräte lassen.“

Bis Freitagmittag soll alles fertig sein, kündigt Lohmann an. Heute werde die Baugrube verfüllt und anschließend die Oberfläche wieder hergestellt. Parallel zur Moltkestraße, sind Stadtwerke-Mitarbeiter auch an der Chemnitzstraße/Ecke Kirchenstraße im Einsatz. Dort war am Sonnabend ein Wasserrohr gebrochen, was etwa zehn Anlieger betraf. „Das könnte daran gelegen haben, dass zuvor Abwasserleitungen ausgewechselt worden waren und dadurch Spannungen entstanden sind“, sagte Lohmann. Auch an der Moltkestraße vermutet er Spannungen als Ursache. „Die Leitungen sind 40, 50 Jahre alt. Wenn da Schwerlastverkehr rüberdonnert, überträgt sich das und führt mit der Zeit zu Schäden.“ Er hoffe jetzt, dass es erst einmal vorbei sei mit den Rohrbrüchen, so Lohmann. „Drei Stück in drei Tagen – das reicht jetzt erstmal für ein Jahr.“

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erstellt am 22.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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