Barmstedt : Es gibt jetzt Zapfsäulen für E-Autos

Fred Freyermuth und Heike Döpke nahmen die E-Ladesäulen (hier auf dem Hallenbad-Parkplatz) offiziell in Betrieb.
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Fred Freyermuth und Heike Döpke nahmen die E-Ladesäulen (hier auf dem Hallenbad-Parkplatz) offiziell in Betrieb.

Neues Angebot: Die Stadtwerke nehmen drei Ladestationen in Betrieb. Jeweils zwei Fahrzeuge können gleichzeitig „auftanken“.

shz.de von
31. März 2017, 16:25 Uhr

Barmstedt | Bürger aus Barmstedt und Umgebung, die ein Elektro-Auto fahren, haben jetzt die Möglichkeit, es in Barmstedt aufzuladen: Die Stadtwerke haben vor kurzem drei Stromtankstellen in Betrieb genommen. Sie wurden am Küsterkamp vor dem Aldi-Parkplatz, in der Seestraße 12 auf dem Parkplatz vor dem Hallenbad und am Weidkamp installiert. Laut Stadtwerke-Sprecherin Irina Hesselink bieten die Ladesäulen eine Leistung von 2 x 22 Kilowatt und können zwei E-Fahrzeuge gleichzeitig auftanken. „Durch die standardisierte Typ-2-Steckverbindung für den Ladevorgang können nun fast alle gängigen Fahrzeugmodelle vor Ort mit Ökostrom betankt werden“, so Hesselink.

Derzeit gibt es in Deutschland laut dem Internetportal statista.de etwa 25.500 E-Autos. Um den Absatz anzukurbeln, hatte die Bundesregierung Mitte 2016 eine Kaufprämie eingeführt, deren  Bilanz allerdings ein halbes Jahr später laut Handelsblatt ernüchternd ausfiel: Bis zum 1. Januar 2017 seien lediglich 9023 Anträge gestellt worden. Die Bundesregierung hatte mit mindestens 300.000 gerechnet. Auch bei den Neuzulassungen sind E-Autos weit abgeschlagen: 2016 kamen nur etwa 10.000 hinzu – bei insgesamt rund 3,1 Millionen Neuwagen. Auch international hinkt Deutschland hinterher. Weltweiter Vorreiter in Sachen E-Mobilität ist China,  in Europa ist es Norwegen. Dort rollen mehr als 100.000 reine E-Autos auf den Straßen, der Marktanteil bei Neuwagen liegt bei fast 30 Prozent.

Wie viele Bürger in der Region ein E-Auto fahren, sei nicht erfasst, so die Stadtwerke-Sprecherin. Mittelfristig werde ihre Anzahl aber steigen und so zu einer deutlichen Reduzierung der Abgasbelastung beitragen, ist Werkleiter Fred Freyermuth überzeugt. „Experten in Deutschland erwarten, dass die Zulassungszahlen von E-Fahrzeugen in den nächsten Jahren deutlich anziehen“, sagte er bei der Inbetriebnahme der Säulen. Das sei perspektivisch für Ballungsräume eine gute Nachricht, aber auch für einen Erholungsort wie Barmstedt von Bedeutung.

Die drei Ladesäulen werden frei zugänglich sein, so Hesselink. „Die Stellplätze davor sind ausschließlich E-Autos vorbehalten.“ Während des Ladevorgangs stehen je zwei Parkplätze für maximal vier Stunden unentgeltlich zur Verfügung. Der Ladevorgang könne per Telefon, App oder SMS gestartet werden. Die Kosten für die Ladesäulen belaufen sich laut Hesselink auf insgesamt 30.000 Euro. Die Hälfte habe die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz in Schleswig-Holstein übernommen.

Freyermuth wies auf das große Potenzial der E-Mobilität hin. Er gehe davon aus, dass es in zehn Jahren kaum mehr Neuzulassungen mit reinen Verbrennungsmotoren gebe, sagte er. Schließlich sei es Ziel der Bundesregierung, die CO2-Emissionen im Verkehr bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos), die mit dem städtischen E-Auto zur Inbetriebnahme kam, dankte den Stadtwerken für ihr Engagement. „Sie sind uns ein wichtiger Partner – vor allem bei Projekten, die den Umweltschutz betreffen“, sagte sie. Stadtwerke-Vertriebsleiter Bernd Szwirblatt wiederum lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ladesäulen binnen so kurzer Zeit errichtet werden konnten.“

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