zur Navigation springen

Barmstedt und die Flüchtlinge : „Es geht nur gemeinsam“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bürgermeisterin Heike Döpke hat Asylbewerber im Integrationszentrum „Leuchtturm“ besucht.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 11:20 Uhr

340 Flüchtlinge werden Barmstedt im kommenden Jahr zugewiesen – so lautet die aktuellste Prognose des Kreises. Wie viele Schutzsuchende es letztendlich tatsächlich werden, ist unklar – die Prognosen können sich täglich ändern. Vor einigen Wochen war der Kreis noch von mehr als 600 Asylbewerbern für Barmstedt ausgegangen. Zurzeit leben etwa 80 Flüchtlinge in der Stadt.

„Die Zahlen schwanken, aber 340 Neuankömmlinge wären immer noch viel“, sagt Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) und fügt an: „Das schaffen wir nur gemeinsam.“ Bislang funktioniere die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern gut, so die Verwaltungschefin. „Es ist ein tolles Miteinander, und ich gehe davon aus, dass wir das so fortsetzen.“

Um sich ein eigenes Bild vom Alltag der Flüchtlinge in Barmstedt zu machen, besuchte Döpke vor Kurzem das Integrationszentrum „Leuchtturm“. Zwei Stunden nahm sie sich für die Gespräche mit den Besuchern des Flüchtlingscafés Zeit. Es seien viele junge Männer gewesen, aber auch eine Mutter mit fünf Kindern, „die nach unterschiedlichen Fluchtwegen erst vor Kurzem zusammengeführt wurden“, so Döpke. Das Schlimmste sei für alle, „dass sie nichts zu tun haben“, stellte sie fest. Viele hätten in ihrem Heimatland eine Ausbildung absolviert, die hierzulande nicht benötigt werde. „Dort machen sie noch viel mit der Hand; hier läuft viel mehr über Technik.“ Zudem sei der Zugang zu Bildung in vielen Herkunftsstaaten oft schwierig, so Döpke. In Deutschland angekommen, sei es etwa für Afghanen schwer, deutsch zu lernen, „weil Syrer bevorzugt werden“, habe sie erfahren.

Und unabhängig davon, ob sie erst seit drei Monaten oder seit eineinhalb Jahren hier leben – eines hätte allen Flüchtlingen gemeinsam, so Döpke: „Sie haben sich sehr positiv über Barmstedt und unsere Willkommenskultur geäußert.“ Das sei vor allem der Arbeit der Ehrenamtler zu verdanken. „Ihr Engagement ist extrem. Das kann man nicht genug würdigen.“ Für sie selbst stehe fest: „Es war sehr interessant – ich komme wieder!“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen