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Barmstedter Zeitung

19. August 2017 | 18:56 Uhr

Barmstedt : Es bleibt bei Tempo 50

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Messhorn wird nicht zur Tempo-30-Zone. Die Anwohner lehnen einen Kreisel in Höhe der Königsberger Straße ab.

Aus ihrem Wunsch nach einer Tempo-30-Zone wird nichts: Das mussten die 25 Messhorn-Anwohner zur Kenntnis nehmen, die sich am Dienstag im Rathaus eingefunden hatten, um sich über den für 2014 geplanten Ausbau ihrer Straße (siehe Info-Kasten) zu informieren. „Der Kreis sieht den Messhorn als Vorrangstraße an“, erklärte Dirk Rennekamp (Verwaltung). Tempo 30 sei daher ebenso wenig realisierbar wie Aufpflasterungen auf der Fahrbahn. „Da fliegen die Autos dann irgendwann.“

Als Gegenvorschlag wollte Rennekamp den Anwohnern einen „Mini-Kreisel“ in Höhe der Königsberger Straße schmackhaft machen – und erntete Murren. „Was soll denn der Quatsch?“, „Da ist doch eh rechts vor links“, „Wie sollen da die Laster aneinander vorbei kommen?“, „Solche Kringel könnt ihr lassen!“ schallte es ihm entgegen. Auch Rennekamps Argument, der Kreisel würde „komplett von der Stadt bezahlt“, zog nicht: „Na und? Die sollen lieber die neue Straße zahlen.“

Statt eines Kreisels im Süden müsse dringend die Einmündung zum Friedhof hin entschärft werden, gab ein Anwohner zu bedenken. „Die Ecke ist extrem stark befahren. Außerdem sind da viele Fußgänger, Radfahrer und alte Leute. Und keiner guckt. Muss erst einer totgefahren werden, bis da was passiert?“

Auch die sanierungsbedürftige Lutzhorner Landstraße (K 2) trieb die Anwohner um. „Wenn da demnächst gearbeitet und der Verkehr über Messhorn umgeleitet wird, fahren die Laster uns unsere frisch sanierte Straße sofort wieder kaputt“, hieß es. Auf die Sanierung der K 2 könne die Stadt aber nicht warten, sagte Rennekamp. „Für dieses Jahr hat das Land die Mittel nicht genehmigt. Wir wissen nicht, wann es losgeht.“ Das gleiche gelte für Pläne, an der Königsberger Straße ein Baugebiet auszuweisen. „Das sind noch total ungelegte Eier.“

Ausbau kostet rund 280.000 Euro

Konkreter steht dagegen fest, wann der Ausbau des Messhorn beginnen soll: im März oder April 2014, wie Ingenieur Joachim Urbat mitteilte. Dauern sollen die Arbeiten bis Ende Oktober. „Während der gesamten Zeit wird der Messhorn für den Autoverkehr gesperrt“, sagte Urbat. Anliegerverkehr werde aber soweit wie möglich gewährleistet, „und zu Fuß werden Sie Ihr Haus immer erreichen können“, wie Rennekamp – zur Erheiterung der Zuhörer – ergänzte. Noch fröhlicher wurde es, als er die Anwohner über die Farbe des Gehwegpflasters abstimmen ließ. Die meisten wollten grau. Doch wegen der Einheitlichkeit mit dem rot gepflasterten Gehweg am Krützkamp werde er der Politik – die letztlich entscheidet – rot vorschlagen, sagte Rennekamp. Und erntete: Gemurmel, Gelächter und ein amüsiertes: „Wir sind das Volk!“

Ernster wurde es beim Thema Geld. Der Ausbau werde etwa 280 000 Euro kosten, sagte Peter Knaak (Verwaltung). Für jeden Anwohner bedeute das zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter Grundstück – je nachdem, ob der Messhorn als Anlieger- oder Durchgangsstraße eingestuft werde. „Es spricht vieles dafür, dass er mittlerweile zur Durchgangsstraße geworden ist.“ Aber auch darüber müsse die Politik entscheiden.

Einen weiteren Info-Abend werde es nicht geben, sagte Rennekamp. „Wer das heute verpasst hat, kann sich jetzt nur noch im Bauausschuss zu Wort melden.“ Rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten werde zudem ein Schreiben mit wichtigen Informationen, etwa über die Müllentsorgung, an alle Anwohner verschickt.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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