Erste Frau auf dem Chefsessel

Mit ihrem Hund ist Katrin Schrade regelmäßig unterwegs.
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Mit ihrem Hund ist Katrin Schrade regelmäßig unterwegs.

Katrin Schrade ist neue Bürgermeisterin von Bokholt-Hanredder / Vorgänger Wolfgang Mohr ist ihr „politischer Ziehvater“

shz.de von
31. Juli 2018, 00:00 Uhr

Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden rund um Barmstedt machen ehrenamtlich ihre Arbeit. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Katrin Schrade aus Bokholt-Hanredder.

Katrin Schrade (CDU) sprach von einem „besonderen Tag“ für sie, als sie jüngst auf der konstituierenden Sitzung des Kommunalparlaments Bokholt-Hanredder zur ersten Bürgermeisterin von Bokholt-Hanredder vereidigt wurde. „Natürlich hat mein neues Amt auch Auswirkungen auf mein Familienleben, das zurzeit ein wenig hintenanstehen muss“, erklärte Schrade. „Aber mein Mann steht hinter mir und unterstützt mich.“

Unterstützung erfährt sie auch von den Gemeindevertretern, die versprochen haben, sich in Zukunft noch mehr einzubringen und mehr Arbeit zu schultern. „Wir sind jetzt in einer Phase, in der intensive Gespräche geführt werden, alles auf den Tisch kommt und abgeklopft wird“, sagte die Bürgermeisterin. Einfach ist es nicht, wie Schrade nur zu gut weiß: Sie hat bereits als zweite Stellvertreterin Erfahrung gesammelt.

Schrade setzt in den nächsten fünf Jahren auf eine gute Zusammenarbeit mit sämtlichen Mitgliedern des Kommunalparlaments, in dem die CDU mit sechs und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) mit fünf Gemeindevertretern präsent ist. Die Bürgermeisterin ist Nachfolgerin von Wolfgang Mohr, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den Posten kandidieren konnte. Sie bezeichnet ihn gern als ihren „politischen Ziehvater“. Er habe sie vor mehr als eineinhalb Jahrzehnten für die Mitarbeit in der Kommunalpolitik gewonnen.

Als CDU-Gemeindevertreterin zog Schrade damals in das Kommunalparlament ein. Seitdem hat sie viel gelernt, eine Flut von Dokumenten gelesen, sich mit einer Vielzahl von kleinen und großen Projekten beschäftigt und sich an etlichen, häufig auch kontroversen Diskussionen beteiligt. Immer aber ging es ihr um die Sache beziehungsweise darum, die Gemeinde voranzubringen.

Zuletzt leitete sie den Bau- und Planungsausschuss, der sich oft mit schwierigen und komplizierten Sachverhalten auseinandersetzen muss. „Ich nehme dies als Herausforderung an. Man wächst daran.“ Als besonders befriedigend empfindet sie, dass sie ein Projekt vom Anfang bis zum Ende begleiten und mitgestalten kann. Ein positiver Nebeneffekt ihres politischen Engagements sei, dass man mit vielen Menschen in Kontakt komme.

„Das Neubaugebiet Offenau läuft“, wie das Gemeindeoberhaupt sagte. „Aktuell werden die Erschließungsarbeiten durchgeführt, das bedeutet: Die Versorgungen wie Gas, Wasser und Strom kommen in die Erde.“ Im Blick hat sie auch die öffentlichen Gebäude in Bokholt-Hanredder, die saniert werden müssen. „Wir werden dies nach und nach abarbeiten. Dabei gehen wir nach Vordringlichkeit vor. Priorität haben Kindergarten und Schule. Auch die Sporthalle steht bei uns auf dem Zettel.“

Katrin Schrade ist in Elmshorn geboren und in Barmstedt aufgewachsen. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau in der Meierei, in der sie noch ein Jahr lang in ihrem erlernten Beruf arbeitete. Jetzt ist sie bei der Firma Veloflex in Kölln-Reisiek, wo sie für den Im- und Export sowie den Einkauf zuständig ist.

In der Freizeit geht sie regelmäßig mit ihrem Hund Gassi oder arbeitet im Garten. Besondere Pläne oder Wünsche für sich selbst hat Schrade nicht. Sie hofft, gesund zu bleiben und empfiehlt sich und anderen, sich mit dem zufrieden zu geben, was man hat.

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