Gross Offenseth-Aspern : Erntezeit im Barmstedter Umland

Zwischen 300  000 und 350  000 Euro kostet ein moderner Mähdrescher heutzutage.
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Zwischen 300 000 und 350 000 Euro kostet ein moderner Mähdrescher heutzutage.

Bei Lohnunternehmer Matthias Kühl aus Groß Offenseth-Aspern stehen die Fahrzeuge nicht mehr still.

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22. Juli 2014, 12:00 Uhr

Gross Offenseth-Aspern | Etwa 330.000 Euro kostet ein gebrauchter Ferrari 599 GTO derzeit beim Autohändler. Für eine ähnliche Summe erhält der Kunde aber auch einen Lamborghini Aventador – oder einen Mähdrescher der Marke Claas. Das Gefährt ist nur eines von vielen, das bei dem landtechnischen Lohnunternehmer Matthias Kühl in Groß Offenseth-Aspern auf dem Hof steht. Technik und Optik sind mindestens genauso gewaltig wie die der Supersportwagen: Mehr als 450 PS, 7,50 Meter breit, Raupenlaufwerk und beladen bis zu 20 Tonnen schwer. Vier Mähdrescher hat Kühl auf seinem Betriebshof stehen. Anfang August startet die Weizenernte – dann werden sie pausenlos im Einsatz sein.

400 Kunden hat Kühl, viele davon im Barmstedter Umland. In der Region ist er einer der größten Lohnunternehmer. „Derzeit übernehmen wir für die Landwirte die komplette Futterernte“, berichtet er. „Wenn derzeit an einem Tag alle Fahrzeuge unterwegs sind, werden 400 bis 500 Hektar Gras zusammengefahren“, erläutert der Lohnunternehmer. Das entspricht einer Fläche von etwa 700 Fußballfeldern. Die Grasernte habe dieses Jahr Anfang Mai und damit sehr früh begonnen, so Kühl. Im Oktober soll sie enden.

Während der Erntezeit seien seine neun fest angestellten Mitarbeiter und zwölf Saisonarbeiter von morgens bis abends unterwegs. „Hin und wieder sind auch 24-Stunden-Tage dabei“, berichtet Kühl. „Man nutzt das gute Wetter aus.“ Dieses Frühjahr sei das Wetter zudem besonders gut gewesen. „Wir konnten immer etwas machen“, berichtet Kühl. Aber auch ein Tag Regen sei hin und wieder erwünscht: „Die Jungs müssen ja auch mal schlafen“, sagt er und schmunzelt.

Während der Getreideernte werden die vier Mähdrescher eine Fläche von etwa 120 Hektar pro Tag abernten können. Für die Maisernte stehen unter anderem vier Maishäcksler und zwölf Abfahrwagen mit Schleppern und Walztechnik bereit. „Da bewältigen wir am Tag bis zu 150 Hektar“, meint Kühl. Am 20. September soll die Maisernte starten. Anfang November werden dann alle Maschinen gewaschen, was etwa bis Weihnachten dauert.

Wie Matthias Kühl ist auch Peer Jensen-Nissen vom Kreisbauernverband Pinneberg mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden: „Wir hatten zu Beginn wenig Trockenheit und ein gutes Wachstum“, so der Geschäftsführer. „Der Regen kam rechtzeitig, wir haben keine schlechtere Ernte zu erwarten.“ Sie werde wahrscheinlich leicht über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Bei der Grasernte seien Quantität und Qualität sehr gut, die Betriebe könnten jetzt wieder ihre Lager füllen. Für den weiteren Jahresverlauf wären stabile Perioden von Sonnenschein mit ein bis zwei Tagen Landregen das Optimum. „Trockenheit und zu viel Nässe sind das Schlimmste“, sagt Jensen-Nissen.Auch für die Milchbauern sei die Lage derzeit in Ordnung. „Der Milchpreis ist auskömmlich“, berichtet der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. 30 Cent gebe es derzeit für einen Liter Milch. Allerdings sei der Markt sehr volatil.

Die Kosten sind  ein Hauptgrund dafür, warum viele Landwirte einen Lohnunternehmer wie Matthias Kühl aus Groß Offenseth-Aspern beauftragen. „Heutzutage sind die Maschinen so teuer, das würde sich für einen Landwirt niemals rechnen. Und die Zeiträume, sie zu nutzen, sind nur sehr klein“, erläutert Kühl. Beträge um die 300.000 Euro seien Fantasie-Summen, „da ist es besser, wenn einer die Geräte vorhält.“
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