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Barmstedter Zeitung

15. Dezember 2017 | 17:30 Uhr

Weizenernte : Ernten wie zu Großvaters Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Zwei Tage lang wurde an der Hemdinger Chaussee mit historischen Landwirtschaftsmaschinen und Geräten Weizen geerntet.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 12:35 Uhr

Heede/Hemdingen | Wie haben die Bauern in den 50er Jahren ihre Getreideernte eingebracht? Welche landwirtschaftlichen Geräte kamen damals zum Einsatz? Wer sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, sollte vielleicht den Heeder Peter Schuster (67), einem ehemaligen Landwirt, befragen. Er hat auf dem elterlichen Hof noch alles selbst miterlebt, ist also Zeitzeuge, und veranstaltet seit Jahren jeweils Ende Juli/Anfang August eine historische Getreideernte. Außerdem sammelt er betagte Schlepper und reist gern mit einem Trecker-Oldtimer durch deutsche Lande.

Die diesjährige Demonstration erstreckte sich über zwei Tage. „Wir haben auf einem Feld an der Hemdinger Chaussee Weizen geerntet“, erläuterte er im Gespräch. „Mit von der Partie waren insgesamt zehn Mitglieder vom Lanz-Bulldog-Club Holstein, dem ich ebenfalls angehöre.“ Die Ernte dauerte insgesamt acht Stunden und begann mit einem kurzen Einsatz des Flügelmachers. Dieser mäht das Getreide und legt es in Garben ab, die dann mit der Hand aufgebunden werden.

Die eigentliche Erntearbeit leistete ein McCormick-Selbstbinder aus den 50er Jahren, der von der Zapfwelle des ihn ziehenden 18 PS-MAN-Treckers angetrieben wurde. „Zum Schluss haben wir die Garben zum Trocknen aufgestellt. Das dauert normalerweise eine knappe Woche“, so Schuster. „Je sechs Garben bilden eine Hocke.“

Ein Fuder für die Clubscheune

Der zweite Einsatztag war damit ausgefüllt, die gesamte Ernte auf Anhänger zu verladen und abzutransportieren. Ein Fuder wird zur Clubscheune nach Brokstedt bei Itzehoe gebracht und dort bis zum Himmelfahrtstag aufbewahrt: Es wird für eine Demonstration während des traditionellen Clubtreffens benötigt. Der Rest kommt Ende August nach Quickborn, wo ein Oldtimer-Treffen stattfindet. Schuster zeigt sich begeistert von seinen Clubkollegen, die zahlreich zum kurzfristig anberaumten zweiten Termin erschienen seien. Der Heeder veranstaltet die historischen Getreideernten, wie er auf Befragen mitteilte, damit das Wissen darüber erhalten bleibe. Sein Engagement gelte insbesondere der jüngeren Generation, der er anschaulich vor Augen führen wolle, wie Landwirtschaft in den 50er Jahren funktioniert habe. Heute werde ja alles mit Hilfe des Computers gesteuert.
 

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