Lutzhorn/Vossloch : Erdbeeren: Jetzt startet die Saison

Bei Thomas Ladiges startet derzeit die Erdbeersaison. Der Lutzhorner Landwirt baut die Früchte auf einer Fläche von vier Hektar an.
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Bei Thomas Ladiges startet derzeit die Erdbeersaison. Der Lutzhorner Landwirt baut die Früchte auf einer Fläche von vier Hektar an.

Der Mai war zu kalt, aber jetzt kann es endlich losgehen: In diesen Tagen startet im Kreis Pinneberg die Erdbeersaison – so auch bei Landwirt Thomas Ladiges aus Lutzhorn.

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30. Mai 2015, 16:00 Uhr

Die Nachfrage ist schon da, jetzt geht es endlich richtig los: In der Region Barmstedt starten Landwirte in die Erdbeersaison. „Die Leute warten schon darauf“, berichtet Landwirt Thomas Ladiges aus Lutzhorn. „Wenn die Sonne scheint, geht bei uns sofort das Telefon.“ Und auch bei Peter und Michaela Kollotzek, Inhaber der Gärtnerei Voigt in Bokholt-Hanredder, wartet die Stammkundschaft schon auf die süßen Früchte.

Eigentlich habe er damit gerechnet, dass die Ernte früher beginnen würde, so Ladiges. „Es hat sich etwas verspätet. Erst sah es gut aus, aber im Mai ist es zu kalt gewesen. Die Wärme fehlte einfach. Aber Erdbeeren brauchen die Wärme, um zu reifen.“ Der Regen würde den Pflanzen hingegen nicht schaden.

Ähnlich ist die Situation auch bei Peter und Michaela Kollotzek: Sie und ihr Team warten auf Sonne, die den großen, aber noch grünen Erdbeeren auf der zwei Hektar großen Freilandfläche die nötige Röte zum Verzehr einhaucht. „Regen gab es im Mai genug, um die Erdbeeren wachsen zu lassen, aber es war zu kalt, und es fehlte Sonne für die Reife“, so Michaela Kollotzek. Künstlich werde in der Baumschule nichts beschleunigt. Auch bei ihnen hätte Stammkunden bereits angerufen und gefragt, wann es losgehe.

Ladiges baut in Lutzhorn auf einer Flächen von vier Hektar vier verschiedene Sorten Erdbeeren an. Durch das gute Wetter während des vergangenen Herbsts hätten die Pflanzen gut angesetzt. „Wir hoffen jetzt auf eine gute Erdbeersaison“, sagt Ladiges. Temperaturen von etwa 20 Grad in den nächsten Tagen wären dafür ideal. „Ich erwarte einen guten Ertrag“, sagt der Lutzhorner Landwirt.

Ladiges erwartet, dass die Erdbeersaison bis Mitte Juli andauert. Mit einer Ernte von zehn bis zwölf Tonnen wäre er zufrieden. „So wie das aussieht, werden wir das auch ernten. Entscheidend ist aber der Preis.“ Durch den Mindestlohn für die Erntehelfer hätten die Landwirte mehr Ausgaben. Würde es zudem in den nächsten Tagen wärmer werden, komme eine große Masse an Erdbeeren auf dem Markt. Auch das habe Einfluss auf die Preise, denn „die Bestände stehen überall gut“, so Ladiges.

Der Lutzhorner beliefert unter anderem Supermärkte und Hofläden in der Umgebung mit seinen Früchten. Eigene Erdbeer-Stände hat er in Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg. Und auch in seinem Hofladen, der trotz der Bauarbeiten an der Kreisstraße 2 wie gewohnt über den Hölln zu erreichen sei, bietet er die Früchte an. Die Erdbeeren der Gärtnerei Voigt werden auf dem Vorhof der Gärtnerei verkauft – auch sie ist trotz der Bauarbeiten auf der Waldstraße zu erreichen.

Ab Ende kommender Woche sollen bei Ladiges auch die Selbstpflücker zum Zug kommen. In Bokholt gibt es das Selbstpflücken hingegen nicht mehr: „Es gab Kunden, die beim Abpflücken nicht sorgfältig genug waren“, so Kollotzek. Um Verluste zu vermeiden, musste nachgepflückt werden, und die Aktion sei personalaufwändig. „Das trägt sich nicht für einen kleinen Betrieb wie den unsrigen“, sagt sie. Der Betrieb habe fünf Mitarbeiter und für die Erdbeersaison zusätzlich fünf Arbeitskräfte. In Lutzhorn werden zur Hauptsaison zehn Pflücker tätig sein, so Ladiges.

Wie lange können Erdbeeren nach dem Kauf gelagert werden? „Nicht lange. Die Erdbeere ist eine wahnsinnig empfindliche Frucht und sehr witterungsanfällig“, so Kollotzek. „Nach dem Kauf auf eine Fläche verteilen und kühl lagern, wenn sie frisch vom Feld kommen“, empfiehlt sie. Erdbeeren bräuchten Luft. Gegen Ende der Saison seien sie kaum länger haltbar.

Und wie isst Kollotzek ihre Erdbeeren am liebsten? „Nur abbrausen und roh ohne Zucker“, sagt sie. Auch Marmelade koche sie, und für ihre Kunden halte sie schriftliche Rezepte zum Mitnehmen bereit.

Hausgärtnern, die Erdbeerpflanzen im Garten haben, rät sie, vier Pflanzen pro Meter und 60 bis 80 Zentimeter Reihenabstand zu halten. „Jede Pflanze braucht Wind gegen Fäulnis“, sagt sie. Sonnig sollte der Standort auch sein. Nach der Ernte stärkten Hornspäne die Pflanze. Ableger sollte man von den Pflanzen nehmen, die am meisten Früchte tragen.

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