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Zum Tod von Erich Schulz : Er prägte die Gemeinde Kölln-Reisiek

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Erich Schulz ist vergangene Woche im Alter von 85 Jahren verstorben. 32 Jahre war er als Bürgermeister von Kölln-Reisiek im Amt.

Er hat Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Mit Ausnahme des erst vor acht Jahren errichteten neuen Bauhofs hinter der Grundschule und des Zukunftskindergartens gibt es in Kölln-Reisiek kein öffentliches Gebäude, das nicht während der Ära Erich Schulz errichtet oder entscheidend erweitert worden wäre: die Rentnerheime am Heidkamp (1965), die Sozialwohnungen an der Köllner Chaussee (1968), das alte Gemeindezentrum (1968), das heute die Gemeindebücherei beherbergt, am Heidkamp, die direkt daneben liegende Mehrzweckhalle aus den 70er-Jahren, das 1984 eingeweihte Gemeindezentrum am Sandfohrt oder auch die Sporthalle an der Grundschule.

Das ist die eine Seite. Die andere ist der Mensch Erich Schulz. 32 Jahre war er Bürgermeister der Elmshorner Nachbargemeinde, in die er 1947 gezogen war. Geboren in Schmölau (Altmark/Sachsen-Anhalt) war er nach dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Teilung nach Holstein gekommen. In der neu entstehenden Siedlung Höseleck bauten er und seine Frau Elfriede. Beim Straßenbau halfen alle Anwohner mit. Auch das hat den Gärtnermeister für seine spätere kommunalpolitische Tätigkeit geprägt. „Er stammt aus einer Zeit, in der selbst mit angepackt wurde. Das hat er versucht, in seine Bürgermeisterzeit zu übertragen“, erzählte das heutige Gemeindeoberhaupt Karin Röder. So hätten nach dem Bau der Mehrzweckhalle Gemeindevertreter und Mitglieder der Vereine beim Bepflanzen der Außenanlagen geholfen.

Mit großem Herzen und Bescheidenheit, aber klar in Zielen lenkte Schulz die Geschicke der ständig wachsenden Gemeinde zwischen dem 26. Juli 1965 als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Walter Wilkens und dem 19. April 1997, als er zurücktrat und das Zepter an Karin Röder weiterreichte.

Der überzeugte Sozialdemokrat, der im Juli 1959 in die SPD eingetreten und noch im gleichen Jahr in den Gemeinderat gewählt worden war, hatte bei aller Erfahrung im Amt nie den Hang dazu, laut zu werden. „Er wusste genau, was er wollte, und war dabei immer bemüht, einen einstimmigen Beschluss in der Gemeindevertretung zu erreichen“, so Röder. Das rechnet ihm auch heute noch der CDU-Ortsvorsitzende Ulrich Schley hoch an. „Er war immer offen für Gespräche mit der Opposition und er war verlässlich“, sagte er.

Gesunde Finanzen und ein sinnvolles Wachstum waren Leitlinien seiner Politik. Die Einwohnerzahl von Kölln-Reisiek verdoppelte sich während seiner Amtszeit auf 2800. Die ersten offiziellen Kontakte zur heutigen Partnergemeinde Ergli (Lettland) gab es beim Neujahrsempfang 1995 mit dem Besuch einer kleinen lettischen Delegation.

Und Schulz wollte immer ganz genau wissen, was in „seiner“ Gemeinde vor sich ging. Von 341 Gemeindevertretersitzungen während seiner Amtszeit verpasste er gerade einmal zwei. Der SPD-Ortsvorsitzende Jürgen Wemmel fasste es so zusammen: „Erich Schulz war ein Mentor für alle Gemeindevertreter und der ruhende Pol, auch wenn es mal hitzig wurde.“ Diese Tugenden legte er auch als Schiedsmann seiner Gemeinde (1965-1996), als Amtsvorsteher des Amts Elmshorn-Land (1994-1998) und Mitglied im Vorstand der Elmshorner Lutherkirchengemeinde (1978-1990) an den Tag. Für sein Engagement ist Erich Schulz zudem vielfach ausgezeichnet worden.

Dieses Interesse zeigte er auch im politischen „Ruhestand“. „Er hat sich immer noch die Haushaltspläne geben lassen und war bis zuletzt in allen aktuellen Themen drin“, so Röder. Schulz besuchte nahezu alle gemeindlichen Veranstaltungen. In den letzten Monaten war er mit einem Elektroscooter unterwegs.

Am Montag ist Erich Schulz knapp zwei Wochen vor seinem 86. Geburtstag nach kurzer Krankheit verstorben. Er hinterlässt seine Frau Elfriede. Die Beisetzung findet am Freitag, 28. November, um 12 Uhr auf dem städtischen Friedhof an der Stabeltwiete in Kölln-Reisiek statt.

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