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Flüchtlingsunterkunft in Barmstedt : Entsteht ein sozialer Brennpunkt?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

SPD kann den Widerstand der Anwohner gegen die Flüchtlingsunterkunft an der Feldstraße nicht nachvollziehen.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Barmstedt | In die Debatte um eine Flüchtlingsunterkunft an der Feldstraße 1 hat sich jetzt die Barmstedter SPD eingeschaltet. Die Genossen können die Befürchtungen der Anwohner nicht nachvollziehen. Wie berichtet, haben die Bewohner der Wohnblöcke An der Alten Mühle Angst, dass auf dem Grundstück an der Feldstraße – von der die Zufahrt zu ihren Häusern abzweigt – ein sozialer Brennpunkt entsteht. Vor allem Kinder und Frauen seien gefährdet.

Die Sorgen seien völlig übertrieben, meint die SPD. Kindesmissbrauch etwa werde „fast immer von Deutschen und fast nie von sozial Schwächeren“ begangen, so Ortsvereinschef Stefan Bolln. „Es sind die ,Normalos’, vor denen wir Angst haben sollten.“ Die SPD vermutet hinter dem Widerstand der Anwohner noch etwas anderes: die Angst, dass an der Feldstraße mehrgeschossige Neubauten entstehen könnten. „Menschen in sozialen Schwierigkeiten als gefährlich einzustufen und alleinstehende Männer und Flüchtlinge mit einzuschließen, um die Ablehnung gegen Mehrgeschosswohnungsbau auch für Flüchtlinge kundzutun, stinkt zum Himmel“, so Bolln. Interessant sei, „dass es meist Bewohner von Mehrfamilienhäusern sind, die sich so äußern. Wie kommt dieser Sozialneid zustande?“

Den Schuldigen für die Unruhe meint die SPD gefunden zu haben: Makler Dierk-Henning Mahlen. Seine Firma verwaltet die Wohnblöcke An der Alten Mühle und hatte die Bewohner über das geplante Flüchtlingsheim informiert. „Wenn ein ortsansässiger Makler die Bewohner gezielt informiert und alle anderen in der Umgebung nicht, plant er mehr“, vermutet Bolln. Die Grundstücke Feldstraße 1 und 5 seien schon lange im Blickfeld mehrerer Investoren, „nur käuflich zu erwerben sind sie bisher nicht. Die Stadt lehnte Anfragen zur Feldstraße 1 ab, und Feldstraße 5 ist in Privatbesitz.“

Mahlen weist die Unterstellungen weit von sich. „Das ist die größte Lachnummer, die ich je gehört habe“, sagte er auf Anfrage der Barmstedter Zeitung. Er habe kein Interesse an den Grundstücken. Als Verwalter sei er „absolut neutral“ und habe lediglich „die Meinungen der Eigentümer gesammelt“. Allerdings könne er die Unruhe verstehen. „Denn es hieß ja zuerst, dass dort schwierige Fälle untergebracht werden sollen. Und die konzentriert an einem Ort, das wäre auf jeden Fall eine Beeinträchtigung.“ Zwischenzeitlich ist die Verwaltung von dieser Aussage abgerückt.

Barmstedt solle eine Willkommensatmosphäre schaffen, und die Anwohner der Alten Mühle sollten sich weiterhin über das Vorhaben informieren, „sich aber nicht emotional verrennen“, meint Bolln. Im übrigen habe es, als ihre Wohnblöcke gebaut wurden, „ähnliche Stimmen zu einem angeblich entstehenden sozialen Brennpunkt gegeben“.

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