zur Navigation springen

„Leben hier sicher und relativ ruhig“ : Entspannte Polizeistatistik in Hörnerkirchen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Polizeistation Hörnerkirchen registriert 149 Fälle in 2016. Zahl der Verkehrsunfälle sinkt von 51 auf 38.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2017 | 15:45 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Die Polizeistation Brande-Hörnerkirchen blickt auf ein ruhiges Jahr zurück. Das gilt laut Marco Kolmschlag (Foto), Leiter der Station, sowohl für die Kriminalitäts- als auch die Verkehrsstatistik. Im Bereich der Kriminalität sank die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von 172 auf 149, die Zahl der Unfälle von 51 auf 38. „Wir leben hier sicher und relativ ruhig“, lautet Kolmschlags Fazit.

Die Polizeistation Hörnerkirchen ist mit zwei Beamten besetzt und vor allem für den Amtsbezirk Hörnerkirchen und seine vier Gemeinden zuständig. Das Einsatzgebiet ende jedoch nicht abrupt an der Amts- und Kreisgrenze, berichtet Kolmschlag. Die Hörnerkirchener Polizei unterstütze beispielsweise die Horster Polizei bei Einsätzen in Hohenfelde oder die Barmstedter Polizei bei Einsätzen im Amtsbezirk Rantzau und in der Stadt. Die Nähe zu den Bürgern des Amts sei sehr hoch, berichtet er. Die Polizei stehe in engem Kontakt zu zahlreichen Institutionen. „Das läuft sehr gut. Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten.“

Die geringere Zahl der gemeldeten Fälle in 2016 – 23 weniger entsprechen einem Minus von 15,7 Prozent – hänge vor allem mit weniger Fällen an Sachbeschädigungen durch Graffiti zusammen, so Kolmschlag. Im vergangenen Jahr habe die Polizei davon keinen einzigen verzeichnet, 2015 waren es 15. Das werde sich in der Statistik für 2017 leider wieder ändern, so Kolmschlag.

Bei den Diebstählen handle es sich häufig um Fahrraddiebstähle im Bereich des Bahnhofs Dauenhof in Westerhorn. „Das macht eine größere Zahl der Fälle aus, etwa ein Viertel bis ein Drittel der Fälle.“ Gleichzeitig würden sehr viele herrenlose Fahrräder im Amtsbezirk gefunden werden. Eine Zuordnung zum rechtmäßigen Besitzer sei aber in der Regel schwierig. „Vielleicht zeigen viele den Diebstahl ihres Rads nicht an oder sie kommen von weit außerhalb“, so Kolmschlag.

In den vergangenen Jahren waren vor allem Häuser und Wohnungen im Hamburger Speckgürtel Ziel von Einbrechern. Im Amtsbezirk seien Einbrüche aber kein Problem: „Die Einbruchszahlen sind sehr überschaubar. Das hier ist kein Schwerpunkt“, so Kolmschlag. So habe die Polizei 2016 vier versuchte Einbrüche verzeichnet. Im Vergleich gebe es des öfteren Fälle, in denen es zu Diebstählen bei Handwerkern oder Landwirten komme. Ziel seien dann aber Werkzeug und Arbeitsmaterialien.

Einer der schwerwiegendsten Einsätze im Amtsbezirk ereignete sich aus Polizeisicht Ende Juli vergangenen Jahres: Beim Hantieren mit einer Spiritusflasche am Grill habe eine Person eine große Stichflamme entfacht, bei der drei Menschen schwer verletzt wurden. Die Polizei ermittelte wegen fahrlässiger Körperverletzung. Einen Aspekt gibt der Stationsleiter noch zu bedenken: „Da wir nicht so viele Fallzahlen haben, haben kleinste Veränderungen große Auswirkungen.“ Ein Beispiel dafür ist die Aufklärungsquote in Bokel: Von 20 bekannten Fällen in 2015 wurden drei aufgeklärt. 2016 waren es 16 von 24. Die Aufklärungsquote stieg um 433 Prozent.

Auf den Straßen im Amtsbezirk ereigneten sich laut Kolmschlag in 2016 38 Unfälle, bei denen neun Menschen leicht und drei Menschen schwer verletzt wurden. 2015 waren 51 Unfälle mit elf Verletzten (drei schwer, acht leicht). Ein Mensch kam 2015 bei einem Unfall in Westerhorn ums Leben. Die meisten Unfälle ereigneten sich 2016 in Brande-Hörnerkirchen (22), die wenigsten in Osterhorn (2) und Bokel (4).

„Dauerbrenner“ bei den Verkehrsunfällen sei die Landesstraße 112 (L112) zwischen Barmstedt und Hörnerkirchen, erläutert Kolmschlag. Gerade für Lkw sei die Straße eng. Würden sich zwei Laster begegnen, müssten die Fahrer Spiegel an Spiegel aneinander vorbei. Dasselbe gelte für die L114 nach Wrist.

In der Folge sei es auf der L 112 in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen mit Lkws gekommen. Im Dezember 2016 fuhr ein Betonmischer in den Graben, die Bergung dauerte Stunden. Betroffen sei immer wieder dasselbe Teilstück der L112 zwischen der Kreuzung Dorfstraße/Karl-Kirst-Straße und der Gemeindegrenze. Ansonsten gebe es keine besonderen Schwerpunkte, so der Stationsleiter. Bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fahrradfahrern oder Fußgängern würden sich die Unfallzahlen in Grenzen halten, berichtet Kolmschlag. Drei Radler seien 2016 in Unfälle verwickelt gewesen. „Das ist nicht viel.“ 2015 registrierte die Hörnerkirchener Polizei zudem 13 Unfallfluchten, fünf davon in Brande-Hörnerkirchen. 2016 seien es sieben Fälle gewesen, alle in Brande-Hörnerkirchen. In acht Fällen waren in 2015 Fahrer ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs, neun Fälle waren es in 2016.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen