zur Navigation springen

Meierei in Barmstedt : Emissionen: Weitere Messungen gefordert

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Sachverständiger empfiehlt, Emissionen detaillierter zu untersuchen. Lkw-Bewegungen haben zugenommen.

Barmstedt | Um die Emissionen der Barmstedter Meierei korrekt beurteilen zu können, sollten weitere Messungen erfolgen: Das hat Diplom-Ingenieur Volker Ziegler festgestellt. Er hatte im Auftrag der Stadt die bislang vorliegenden Gutachten auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft. „Das Ergebnis ist leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte“, stellte die Umweltausschussvorsitzende Gabriele Hackländer (SPD) während der jüngsten Sitzung fest, und auch die BALL übte Kritik. Laut Ziegler seien etwa bei bisherigen Messungen die Lkw-Bewegungen an der Waage – die dicht an der Mühlenstraße liegt – nicht genügend berücksichtigt worden. „Vorgänge wie Aufrücken in der Schlange und Motorleerlauf“ seien nicht „umfänglich genug berücksichtigt worden“, schreibt Ziegler. Zudem sei die Zahl der Lkw seit der letzten Messung in 2013 von damals 125 auf aktuell 150 pro Tag gestiegen, stellte Welk fest. Dadurch sei zweifellos eine höhere Belastung der Anwohner entstanden, sagte Axel Schmidt (FWB). Laut Ziegler werde der maximal erlaubte Lärmimissionswert (60 dbA) mit 59 dbA zwar „gerade noch eingehalten“ – zur abschließenden Beurteilung sei aber eine Ganztagesmessung erforderlich.

Ein weiterer Punkt der Untersuchung waren die tieffrequenten Geräusche, die Anwohner des Feenkamp festgestellt haben. Die daraufhin in mehreren Nächten durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) erfolgten Messungen seien „regelkonform durchgeführt worden und können als fundiert angesehen werden“, schreibt Ziegler. Sofern die Beurteilung noch „darüber hinaus abgesichert werden soll“, müssten aber weitere Messungen erfolgen. Auch in der Danziger Straße und der Mühlenstraße sollte gemessen werden, forderte Welk. „Neue Gutachten müsste dann aber das LLUR beauftragen“, sagte Peter Gottschalk (FWB), während Claus-Peter Jessen (Grüne) forderte, „die Stadt sollte aktiv werden“. Das wiederum lehnte Ernst-Reimer Sass (CDU) ab. „Es ist nur ein geringer Teil der Bürger betroffen, und daher wäre es ungerecht, dafür das Geld aller zu nehmen“, sagte er. Beim Widerstand gegen das Kohlekraftwerk in Wedel etwa „rührt die Stadt keinen Finger – da zahlen die Anwohner die Anwälte“. Die Stadt habe aber „gewusst, was mit der Meierei auf sie zukommt“, sagte Welk – daher sei es auch legitim, dass Bürger Unterstützung forderten.

Die Stadt müsse das Vorgehen des Betriebs zumindest weiterhin überwachen, sagte Jessen. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) habe ihm zugesagt, dass das LLUR aktiv werde, „sobald es Verstöße gibt“. Seiner Meinung handle es sich bei den Meierei-Emissionen nicht um „eine kleine Lärmbelästigung, sondern um eine Lärmlast“.

Die Frage sei, „wie wir in den ewigen Zankapfel Meierei mal Ruhe reinkriegen“, sagte Schmidt. Der Wunsch der BALL, Ziegler zum Umweltausschuss einzuladen, damit er den Politikern seine Untersuchung vorstellen und Fragen beantworten kann, „hätte viel Geld gekostet und war nicht Bestandteil des Auftrags“, sagte Hackländer. Ob er zum nächsten Ausschuss kommen wird, ist offen: Auf Antrag von Hauke Schmidt (CDU) wurde die weitere Beratung vertagt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen