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Barmstedt : Elternberaterin im „Sternenhimmel“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Neues Angebot in der Awo-Kita: Friederike Pahnke unterstützt Mütter und Väter. Sie macht Sprechstunden und Hausbesuche.

Auch, wenn sich alle noch so sehr bemühen: „Patchwork-Familien“, sagt Friederike Pahnke, „sind immer ein ganz schöner Drahtseilakt.“ Sie muss es wissen: Die Hamburgerin (50) berät Eltern von Kita-Kindern. Bisher in Tornesch und Pinneberg, und seit Mittwoch auch in der Barmstedter Awo-Kita „Sternenhimmel“, die damit an dem vom Kreis finanzierten Angebot (siehe Info-Kasten) teilnimmt. Außer den Patchwork-Familien, denen Pahnke hilft, Konflikte zu meistern, sind es vor allem drei Themen, auf die sei bei ihrer Arbeit immer wieder stößt: Kinder werden respektloser, beklagen Eltern. Der Dialog miteinander werde schwieriger. Häufiger PC- und Internetkonsum führe dazu, dass Kinder unkonzentriert und verhaltensauffällig seien.

Um ratlosen Eltern zu helfen, wird Pahnke an jedem Mittwoch eine feste Sprechstunde in der Awo-Kita anbieten. Dort können Mütter und Väter unter vier – oder sechs – Augen mit ihr reden. „Das eröffnet ihnen oft eine ganz neue Sichtweise, weil ich als Außenstehende Dinge anders beurteile als die Erzieher“, so Pahnke. Fast noch wichtiger als die Sprechstunde sei aber eine Beratung zu Hause, sagt sie. „Da komme ich direkt in die Familien und mögliche Konfliktsituationen.“ Um sie zu lösen, seien etwa Familienkonferenzen „eine Oase – weil dann nicht alle wie sonst durcheinander reden, sondern immer nur einer zur Zeit“.

Stress oder Streit entstehe in Familien oft in banalen Alltagssituationen, sagt Pahnke: beim Aufstehen, Aufräumen, Schlafen gehen, Autofahren oder Fernsehen. Generell sehe sie ihre Aufgabe aber weniger darin, „Probleme zu finden als vielmehr zu gucken, wo sind die Ressourcen, und wie kann ich den Eltern Hilfe zur Selbsthilfe geben?“, sagt Pahnke, die drei erwachsene Kinder hat. Ihre Arbeit in der Awo-Kita wird die Diplom-Pädagogin Ende Oktober beginnen. Vorher „schnuppert“ sie in die Einrichtung hinein.

Die Eltern der 150 Kinder wurden über Aushänge über die neue Ansprechpartnerin informiert. Bisher sei die Resonanz verhalten, sagt Einrichtungsleiter Patrick Laas. „Ich denke, viele warten erstmal ab.“ Er freue sich aber, „dass wir etwas anbieten können, das über den Kita-Alltag hinausgeht. Und es kostet weder uns noch die Eltern etwas.“ Der Kreis wird die Kosten bis Ende 2014 übernehmen. Für das erste halbe Jahr sind 144 Stunden Elternberatung bewilligt.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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