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Barmstedter Zeitung

19. August 2017 | 20:58 Uhr

Elmshorn soll Bürger "löschen"

vom

Elmshorn | Die Ergebnisse der jüngsten Volksbefragung (Zensus) haben Verwunderung ausgelöst. Kein Einwohnermeldeamt hatte dieselben Zahlen, die jüngst vom Bundesamt für Statistik vorgelegt wurden. Elmshorn hatte auf einen Schlag 1539 Einwohner weniger. Wie kommt das? Können die alle nicht rechnen? Und wer hat denn nun Recht? Das Einwohnermeldeamt steht nun vor einem Problem. Wer von den 49 717 in Elmshorn gemeldeten Einwohnern muss gestrichen werden? Wer fällt der Inventur zum Opfer? Antworten kann das Bundesamt für Statistik bisher nicht geben.

"Wir können ja nicht einfach irgendwen herausstreichen" sagt Sybille Lamke vom Elmshorner Einwohnermeldeamt. Die Statistiker hätten die geringeren Zahlen veröffentlicht, jetzt sollten sie auch Personen benennen, die es angeblich nicht oder nicht mehr in Elmshorn gebe. Lamke erklärt, für Elmshorn gelte deshalb weiterhin die höhere Zahl. Denn: Es sei faktisch unmöglich, das Melderegister zu bereinigen.

Das würde aber zum Teil funktionieren, wenn der Datenschutz dem nicht im Wege stünde. Elmshorn habe zwar die amtliche Einwohnerzahl gemeldet bekommen, auch die Aufteilung in beispielsweise Frauen, Kinder, Rentner. Doch die Einzeldaten zu Personen werden der Stadt verwehrt. Niemand dürfe die Daten bekommen. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verbiete das, heißt es offiziell. Somit bleiben Karteileichen im Melderegister erhalten. Elmshorn hat weiterhin aktuell 49 717 Einwohner.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 01:14 Uhr

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