Eisvogel: Absperrung zerstört

Nur noch dieses Schild auf dem Erdhügel über dem Eisvogel-Nistplatz ist stehen geblieben. Die weiteren Schilder und die Absperrung wurden von Unbekannten zerstört.
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Nur noch dieses Schild auf dem Erdhügel über dem Eisvogel-Nistplatz ist stehen geblieben. Die weiteren Schilder und die Absperrung wurden von Unbekannten zerstört.

Barmstedterin und Kreis appellieren nochmals, Rücksicht auf die geschützten Tiere zu nehmen

shz.de von
11. Juli 2018, 16:05 Uhr

Nur wenige Wochen hat es gedauert – dann waren die Schilder und das Flatterband, das den Nistplatz des Eisvogelpaars an der Krückau im Rantzauer Forst in Barmstedt schützen soll, zerstört. „Es wurde alle kaputtgemacht, es steht nur noch der Pfosten mit dem Schild der Unteren Naturschutzbehörde“, berichtet die Barmstedterin Melanie Donath, die sich seit mehreren Jahren um die Vögel kümmert und sich für die Absperrungen eingesetzt hatte (wir berichteten). Sie habe gehofft, dass das offizielle Schild etwas helfe, sagt sie – „doch anscheinend bringt nicht mal das was“. Auf den Erdhügeln, die über der Bruthöhle des Vogelpaars liegen, seien außerdem Fußabdrücke und Reifenspuren erkennbar, ärgert sie sich.

Immer wieder, beklagt Donath zudem, badeten Kinder oder unangeleinte Hunde in der Krückau direkt vor dem steilen Ufer, in dem die Eisvögel ihren Nestzugang haben. „Wenn der Vogel dadurch Schaden nimmt, ist das ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz“, sagt die Barmstedterin. Sie appelliere dringend an alle, die sich im Brutbereich aufhalten, Rücksicht auf die Vögel zu nehmen, sich ruhig zu verhalten und den Hügel nicht zu betreten, bittet Donath.

Jörg Kastrup, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Pinneberg, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, der Eisvogel sei nach Bundesnaturschutzgesetz eine „streng geschützte Art. Das ist der höchste Schutzstatus, den es gibt.“ Für alle, die sich in der Nähe seiner Brutstätte aufhalten, gelte daher: „Sie dürfen auf keinen Fall am Nistplatz herumfuhrwerken.“ Es gelte zudem das sogenannte Störungsverbot – wobei die Störung, wie Pressesprecher Oliver Carstens erläutert, „erheblich sein muss“. Das sei dann der Fall, „wenn der Vogel vertrieben wird“. In Barmstedt sei das zu verneinen, „denn das Paar ist ja noch da“. Dennoch appelliere auch die UNB an alle Spaziergänger, Badenden, Radfahrer, Picknicker, Jogger, Reiter und Hundehalter, „bitte Abstand vom Nistplatz zu halten und die Eisvögel in  Ruhe zu lassen“.

Ein striktes Badeverbot in der Krückau gebe es aber nicht, sagte Carstens. „Aber ein Hund, der seine Nase in den Nestzugang steckt, oder Kinder, die ihn mit Matsch zuschmieren, das ist natürlich nicht okay.“ Ebensowenig wünschenswert seien „Mountainbiker, die auf dem Erdhügel herumfahren“. Die allerdings werden bald verschwunden sein, wie Carstens ankündigt. „Der Weg im Uferbereich muss gesichert werden, und dann wird die Erde abgetragen.“ Ausgeführt werden die Arbeiten durch den Wasser- und Bodenverband Krückau außerhalb der Brut- und Setzzeit des Eisvogels, betont Carstens. „Und sie sind alle mit uns abgestimmt“, ergänzt Kastrup. An der Uferkante, in der die Vögel brüten, werde nichts gemacht.

Ersetzt werden die zerstörten Schilder und das Flatterband durch die UNB vorerst nicht, sagte Kastrup. „Wir unterstützen die Bürgerin gern bei ihrem Einsatz und danken ihr sehr dafür. Aber wir können leider nicht ständig überall sein.“ Zumal es im Kreis noch weitere Eisvögel gebe: „Sie leben überwiegend an den naturbelassenen Fließgewässern wie Pinnau und Bilsbek sowie an kleinen Teichen mit steilen Ufern.“

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