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Landesjagdverband : Einigkeit nach innen und außen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Lutzhorner Wolfgang Heins möchte als neuer Präsident den Landesjagdverband in ruhigeres Fahrwasser führen.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Lutzhorn | Seine Ziele sind klar definiert: Seit wenigen Tagen ist der Lutzhorner Wolfgang Heins Präsident des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein. Nach dem vorzeitigen Führungswechsel Ende Januar möchte der 59-Jährige vor allem eins: Ruhe in den Verband bringen. Dabei geht es dem Lutzhorner um Einigkeit nach innen und außen. Zudem wolle der Verband „harte Sacharbeit“ leisten – denn es gebe einige Probleme zu bewältigen.

Aktuell beschäftige man sich in Reihen der Jäger unter anderem mit dem geänderten Landesnaturschutzgesetz, berichtet Heins. Das solle unter anderem Spaziergängern ermöglichen, in der freien Landschaft zurzeit nicht bewirtschaftete Flächen zur Erholung zu betreten. „Das ist aus unserer Sicht falsch“, sagt Heins. „Es wird zur Beunruhigung der Landschaft führen.“ Trete das Gesetz in Kraft, gebe es kaum noch Rückzugsgebiete für Tiere, so der Präsident weiter. Diese würden flüchten und dabei im schlimmsten Fall auf Straßen laufen.

Auch persönlich sehe er die Erfordernis für diese Regelung nicht, so der Lutzhorner weiter. „Man kann sich heute schon auf Spurbahnen oder Feldwegen bewegen und dabei Vögel oder Rehe beobachten“, sagt Heins. Auch gebe es keinen entsprechenden Druck aus der Bevölkerung für eine Änderung. Allerdings werde die Zeit langsam knapp, so Heins. „Das Gesetz wird vielleicht schon im März im Landtag verabschiedet werden. Das wird schwierig genug.“

Hinsichtlich des Deutschen Jagdverbands, in dem der schleswig-holsteinische Jagdverband Mitglied ist, kündigt Heins an, loyal mitarbeiten zu wollen. „Wir fühlen uns dem Bundesverband solidarisch verbunden“, sagt der Lutzhorner. Auch im Land Schleswig-Holstein wolle man Vertrauen zurückgewinnen. Dazu zähle auch, dass man ohne Vorbehalte mit allen Naturschutzverbänden sprechen wolle, sagt Heins. „Wir hoffen, ein ernst genommener Partner im Naturschutz in Schleswig-Holstein zu werden.“

Nach nur anderthalb Jahren hatten Schleswig-Holsteins Jäger mit der Neuwahl des kompletten Präsidiums einen Schlussstrich unter die Vorstandsquerelen gezogen. Neuer Präsident ist  Wolfgang Heins, der bereits seit 18 Jahren Kreisjägermeister des Kreises Pinneberg ist. 17 von 20 Kreisjägerschaften hatten dem amtierenden Präsidium und dem bisherigen Präsidenten Klaus-Hinnerk Baasch im November das Vertrauen entzogen. Es sei ein Novum gewesen, dass die Basis eine außerordentliche Sitzung mit Neuwahlen gefordert habe, so Heins. „Während der Veranstaltung ist der Neuanfang zu 95 Prozent bestätigt worden.“ Mit einem Wahlergebnis von 104 von 182 gültigen Stimmen erreichte Heins ein deutliches Ergebnis.

Beim Thema Wolf sei die spannende Frage, ob Schleswig-Holstein wirklich als Lebensraum für das Tier in Frage kommt, meint der Präsident des Landesjagdverbands. Zu bedenken sei, dass das Land keine unbewohnte Wildnis sei. Sorgen gebe es in einigen Teilen der Bevölkerung – zum Beispiel bei Schaf- und Pferdehaltern. „Da kann es zu Problemen kommen“, so Heins. Der Wolf und Schleswig-Holstein – man müsse das „ganz kritisch sehen, ob das passt“. In diesem Zuge müsse eventuell auch das Positionspapier Wolf überprüft werden. Der Lutzhorner weist auch darauf hin, dass es extra geschulte Wolfsbetreuer im Land gebe, die informierten. Zudem unterstehe der Wolf dem Naturschutzrecht – und nicht dem Jagdrecht.

Wichtig ist Heins zudem mehr Transparenz und Offenheit innerhalb des Verbands und die Schulung und Fortbildung der eigenen Mitarbeiter. Die Jäger sollten mit ihrem Wissen immer auf der Höhe der Zeit sein. Dabei seien die Schießstände für die Ausbildung wichtig. Sie brauche man auch für das fortlaufende Training, so der Lutzhorner. Der Schießstand in Heede sei dabei einer der modernsten im ganzen Land, andernorts gebe es aber Probleme, weil Standorte modernisiert werden müssten, was Geld koste. Zudem seien an einigen Ständen – anders als in Heede – die Umweltfaktoren nicht ideal, weil die Bebauung zum Beispiel zu nah sei. „Da sind noch umfangreiche Untersuchungen notwendig“, so Heins.

Zudem soll es eine neue Initiative in Richtung Öffentlichkeitsarbeit geben, sagt Heins. Die Jäger hätten eine Bringschuld: „Was bedeutet Jagd? Wir müssen unser Tun und Handeln begründen.“

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