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Telekom-Posse in Barmstedt : Eine Woche ohne Anschluss

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Weil ein Kabel bei Bauarbeiten durchtrennt wurde, konnten Anwohner tagelang nicht telefonieren - die Reparatur ließ jedoch auf sich warten.

Eine Woche lang haben der Barmstedter Sven Ohlsen, seine Schwester und seine Mutter kommunikationstechnisch auf dem Trockenen gesessen: Im Zuge der Sanierung der Norderstraße hatten Bauarbeiter am vergangenen Donnerstag versehentlich just jenes Kabel durchtrennt, das Ohlsens Haus – das ganz am Ende der Straße liegt – den Festnetzanschluss sichert. „Danach mussten meine Schwester und ich auf unsere Handys ausweichen“, berichtete Ohlsen. Auch das Internet habe nicht mehr funktioniert. Noch härter habe es seine Mutter getroffen: „Sie war total von der Außenwelt abgeschnitten, weil sie kein Handy hat und deshalb nicht angerufen werden konnte. Wenn sie telefonieren wollte, hat sie sich eins von unseren Handys leihen müssen“, so Ohlsen.

Den Arbeitern gibt Ohlsen keine Schuld: „Das Kabel liegt direkt unter dem Asphalt. Das kann passieren.“ Zudem habe die Baufirma die  Telekom sofort über den Vorfall informiert. Als sich zwei Tage später noch nichts getan hatte, fasste Ohlsen nach. „Daraufhin tauchte hier wiederum zwei Tage später ein Mann von der Telekom auf. Aber als wir ihm erklärten, worum es ging, hat er postwendend kehrt gemacht mit der Erklärung, er sei kein Techniker, sondern ein Service-Mitarbeiter.“

Er habe auch seinen Telefonanbieter kontaktiert, sagt Ohlsen. „Allerdings haben die mit dem Kabel nichts zu tun. Dafür ist nach wie vor die Telekom zuständig.“ Dennoch habe auch sein Anbieter bei der Telekom nachgehakt, „und am Mittwoch hieß es dann, in drei bis fünf Tagen werde das Kabel repariert.“

Nachdem unsere Zeitung am Mittwochnachmittag von dem Fall erfahren und bei der Telekom um eine Stellungnahme gebeten hatte, ging es plötzlich viel schneller: Gegen 20 Uhr stand am Mittwoch plötzlich ein Telekom-Techniker vor Ohlsens Tür. „Der hatte wohl noch einen Marschbefehl bekommen“, sagte Ohlsen gestern – der sich die Frage anhören durfte, weshalb er sich an die Zeitung gewandt habe.

„Aber jetzt läuft alles wieder, das ist die Hauptsache“, sagte Ohlsen. Und der Techniker habe sich nach der Kabelreparatur extra noch im Haus vergewissert, ob auch alles funktioniert. „Das war sehr nett“, so Ohlsen. „Sonst flicken die und sind weg.“

Die unserer Zeitung von der Telekom angekündigte Stellungnahme war bis gestern Abend nicht eingetroffen. Die Anfrage sei „an den Kundenservice zur Überprüfung weitergegeben“ worden, hieß es am Nachmittag aus der Presseabteilung.

 

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erstellt am 30.Aug.2013 | 06:19 Uhr

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