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Ideen-Findung in Barmstedt : Eine Jugendherberge am Rantzauer See?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bürger diskutieren beim FWB-Infoabend über die Zukunft der Schlossinsel. Vortrag über die Historie.

shz.de von
erstellt am 31.Jul.2017 | 15:00 Uhr

Barmstedt | Den Rantzauer See verkleinern und auf der gewonnenen Fläche eine Jugendherberge bauen? Einen Geschichtslehrpfad in der Nähe oder auf der Schlossinsel einrichten? Das ehemalige Vorwerk auf der Wiese vor der Insel nachbauen? Diese und weitere Vorschläge zur künftigen Nutzung der Barmstedter Schlossinsel haben die Besucher des Informationsabends der FWB vor Kurzem gemacht. „Die Schlossinsel ist der Stadt 1984 vom Land Schleswig-Holstein als Schenkung übergeben worden, und zwar mit sanierten Gebäuden“, leitete FWB-Vorsitzender Peter Gottschalk die Diskussion ein. Die Bedingung sei gewesen, das Museum und die anderen Gebäude für öffentliche Zwecke zu nutzen. „Nach so vielen Jahren ist jetzt eine Sanierung der Gebäude fällig – sie war auf niedrigem Niveau erfolgt“, sagte Gottschalk. Die Stadt werde wohl in das Städtebauförderungsprogramm Denkmalschutz des Landes aufgenommen. „Wir müssen dafür das Sanierungsgebiet, das auch den Seebereich umfassen soll, festlegen und unsere Ziele definieren“, erklärte Gottschalk.

Das Konzept beinhalte unter anderem Barrierefreiheit, eine Allee, neue Parkplatzgestaltung, Entschlackung des Sees, Sanierung der Straße Rantzau und der Schlossbrücke sowie die Wiederherstellung des ehemaligen Küchengartens vor der Schlossinsel. „Wir haben bereits zwei gut besuchte öffentliche Begehungen auf der Insel gemacht“, sagte Gottschalk.

Um die Besucher  noch einmal umfassend darüber zu informieren, welche Bedeutung Barmstedts Kleinod geschichtlich hatte und immer noch hat, referierte Michael Theilig in Wort und Bild über die Historie der ursprünglich drei kleinen, hintereinander liegenden Inseln. Er berichtete über die 800-jährige Ge-schichte mit unterschiedlichen Herrschern und Äm-tern. „Die Schlossinsel war das Zentrum für Politik, Verwaltung und Rechtspre-chung“, so Theilig. Die Na-tur ringsherum sei ein Pro-dukt der herrschaftlichen Lenkung, siehe Mühle“, sagte Theilig, der erwähnte, dass seine Eltern 1977 in die ehemalige Justizwachtmeisterwohnung im Schloss gezogen seien, die etwas verwahrlost war und 1984 renoviert wurde. „Die Schlossinsel ist ein Tourismusmagnet, gerade die Kunst dort zieht Besucher an“, sagte er und als Mitglied der Geschichtswerkstatt: „Wir haben Infotafeln mit geschichtlichen Hinweisen aufgestellt und bieten eine Internetpräsenz unter www.barmstedt-geschichte.de.“ Die Seite habe bis jetzt 4,4 Millionen Klicks. „Das Interesse an der Vergangenheit lässt uns daran anknüpfen, wie die Zukunft aussehen soll“, sagte Theilig und berichtete, dass Adolf von Moltke als letzter Administrator auf der Insel von den Dänen eingesetzt wurde und seinen Amtssitz im Schloss hatte.

Bei Theiligs Erwähnung, dass früher zwischen Galerie und Museum ein Pferdestall gestanden habe, kam aus dem Publikum die Idee, dort wieder ein Gebäude etwa für übernachtende Gäste oder als Schulungs- und Bildungs-zentrum zu errichten. Chris-tian Schönfelder von der AG Schlossinsel sagte: „Wir müssen immer das Gesamtkonzept mit See und auch Mühle im Auge haben.“

Die Idee kam, einen Barfußpark auf der angrenzenden Wiese zu errichten. Im Schloss könnte das Museum mit Themenausstellungen einziehen. „Wir hätten die Möglichkeit, geschichtliche Themen für Schulkinder an-fassbar zu machen“, so Theilig. „Wir müssen bei unseren Überlegungen allerdings immer bedenken, was die Um-setzung der Ideen der Stadt bringt und wie viel Geld es kostet“, gab Gottschalk zu bedenken.

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