Hans-Hermann Sass aus Hemdingen : Ein ungewöhnlicher Weg ins Amt

Bereits seit 22 Jahren füllt Hans-Hermann Sass das Amt des Bürgermeisters aus. Er kann Ehrenamt und Familie gut miteinander verbinden.
Bereits seit 22 Jahren füllt Hans-Hermann Sass das Amt des Bürgermeisters aus. Er kann Ehrenamt und Familie gut miteinander verbinden.

Der Hemdinger Bürgermeister Hans-Hermann Sass (HWG) berichtet, wie er den Gang in die Politik erlebte.

shz.de von
03. September 2018, 18:39 Uhr

Hemdingen | Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden rund um Barmstedt erledigen ihre Arbeit ehrenamtlich. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Hans-Hermann Sass aus Hemdingen.

Seit nunmehr 22 Jahren leitet Hans-Hermann Sass als Bürgermeister verantwortungsvoll, umsichtig und vorausschauend die Geschicke der Gemeinde Hemdingen. Er ist in der Bevölkerung, bei seinen Kollegen und allen anderen, die ihm beruflich oder privat begegnen, äußerst beliebt. Die Wertschätzung, die ihm zuteil wird, gründet sich auf seine menschliche Art, seinen ausgeprägten Verstand und seine Kompetenz. Die Art und Weise, wie er in das Amt des Bürgermeisters gelangte, ist ungewöhnlich: Bei der Kommunalwahl 1994 stand er auf dem sechsten oder siebten Listenplatz und zog nicht in den Gemeinderat ein.

Als sein Vorgänger Christian Hass später sein Amt niederlegte, um nach Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen, ging es für Sass Schlag auf Schlag. Er rückte in die Gemeindevertretung nach und wurde gleich zum Bürgermeister gewählt. Im Ort war er aber schon als Architekt beim Kindergarten bekannt.

Sass gehört seit einem Vierteljahrhundert der dominierenden politischen Kraft in der Gemeinde, der Hemdinger Wählergemeinschaft (HWG), an. Sie realisierte in der Vergangenheit viele Projekte – von der Breitbandversorgung bis hin zur Schaffung neuer Baugebiete. Zudem kümmerte sie sich intensiv um Grundschule, Betreute Grundschule und Kindergarten, um nur einige Punkte herauszugreifen. Für diese Legislaturperiode hat sich die HWG die Erweiterung des Kindergartens auf die Fahne geschrieben. Es soll zusammen mit den übrigen Trägergemeinden ein Ersatzneubau für die abgängige Baracke geschaffen werden. Des Weiteren beabsichtigt sie, die Weichenstellung für eine neue Turnhalle vorzunehmen. Nach wie vor wichtig ist der HWG, finanziell solide und mit Augenmaß zu haushalten.

Was das viel und kontrovers diskutierte Seniorenheim Barmstedt/Rantzau betrifft, so befindet der Bürgermeister: „Wenn es die festgestellten baulichen Mängel nicht gäbe, so würde man jetzt vermutlich eine schwarze Null schreiben. Dies wird ein Fall für die Versicherung des Architekten, die mit großer Wahrscheinlichkeit den maßgebenden Anteil an den Kosten tragen muss.“ Hans-Hermann Sass bekennt sich eindeutig zu der Einrichtung: Man habe eine Verpflichtung gegenüber den alten Menschen, denen man schließlich unseren Wohlstand verdanke. Der gemeinnützige Kindergarten Hemdingen hat mittlerweile einen Jahresetat von 1,3 Millionen Euro und einen Aufgabenumfang, den ein ehrenamtlicher Träger nicht mehr leisten könne und wolle. Es müsse also ein professioneller Träger her – aber kein exotischer, sondern ein in der Region etablierter.

Sein ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde habe sich auf sein Familienleben ausgewirkt. Er werde aber entschieden von seiner Frau unterstützt, bekräftigt er. In der ihm verbleibenden Freizeit gibt sich Sass sportlich. Er radelt viel und führt mit seiner Frau den Hund aus – vorzugsweise im Wald. Bis vor einigen Jahren war er auch als Marathon-Läufer aktiv. „Manchmal habe ich bis zu zehn Wettbewerbe jährlich bestritten“, berichtet er. Das Lebensmotto von Hans-Hermann Sass lautet: „Leben ist Bewegung.“

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