Barmstedt : Ein Tag ohne Fleisch, Ei und Milch

Lisa (links) und Finja ließen sich den veganen Döner und das arabische Essen  mit Couscous-Salat schmecken. Zum Nachtisch gab es Mousse au chocolat.
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Lisa (links) und Finja ließen sich den veganen Döner und das arabische Essen mit Couscous-Salat schmecken. Zum Nachtisch gab es Mousse au chocolat.

Am Barmstedter Gymnasium wurde am Dienstag ausschließlich vegane Kost serviert. Spitzenkoch Ingo Jäger unterstützte das Küchen-Team bei der Zubereitung.

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26. März 2014, 16:32 Uhr

„Veganes Mett?“, wunderte sich Karsten, „ist das nicht ein Widerspruch in sich?“ Zusammen mit seinen Mitschülern Jannes, Finja, Sarina und Chelsea probierte der 17-Jährige gestern während des „Vegan-Tags“ in der Mensa des Barmstedter Gymnasiums die belegten Brötchen. Außer dem fleischlosen Mett hatte das Mensa-Team einen Kichererbsenaufstrich zubereitet – für den sich Chelsea entschied. „Ich ernähre mich seit zwei Monaten vegan“, sagte die 17-Jährige. Zuhause „geht das ziemlich gut, aber bei anderen ist es schwierig. Da gibt es zum Beispiel oft nur normale Milch“. Veganer ersetzen sie etwa durch Hafer-, Soja- oder Kokosmilch.

Um zu demonstrieren, wie aus Produkten auf pflanzlicher Basis schmackhafte Gerichte entstehen, hatte die Schule gestern den Hamburger Spitzenkoch Ingo Jäger engagiert. Er wirbelte zwischen dem Mensa-Team um Antje Vajen und Kerstin Weiß herum, rührte – mit Soja-Joghurt – die Soße für den veganen Döner an, gab Tipps zum Würzen des Couscous-Salats und Anbraten des Fleischersatzes und flambierte die „Milchschnitten“. Zwischendurch erzählte Jäger Wissenswertes über den Trend zur veganen Ernährung: dass man Eier beim Backen durch Bananen oder Apfelmus ersetzen kann. Und dass Fleischproduzenten wegen der steigende Nachfrage mittlerweile Produkte auf pflanzlicher Basis herstellen.

Dass immer mehr Schüler auf Fleisch verzichten, merkt auch Vajen: Sie bietet deshalb in der Mensa seit langem einen vegetarischen Tag pro Woche an. „Es war auch ein Wunsch der Schüler. Außerdem sind die Zutaten günstiger“, sagt sie. Am gestrigen Vegan-Tag fand sie es „spannend, neue Lebensmittel auszuprobieren. Und von Herrn Jäger kann man echt was lernen.“

Die fertigen Kreationen waren gefragt: Ab 12.30 Uhr strömten die Schüler in Scharen in die Mensa. „Arabisch oder Döner?“, fragten die Damen hinter dem Tresen ohne Unterlass – und reichten das Essen im Akkord hinüber. Den Schülern schmeckte es – wenngleich wohl eher wenige zu Vegetariern, geschweige denn Veganern werden. „Wenn man nicht wüsste, dass es vegan ist, würde man es nicht merken“, sagte zwar Jannes und seine Mitschüler. „Aber auf Dauer muss es nicht sein.“ Lisa und Finja – die generell wenig Fleisch essen – fanden Couscous-Salat, Döner und Kichererbsenbratlinge zwar „lecker“ und es zudem interessant, die veganen Produkte zu probieren. „Aber sich jeden Tag so zu ernähren? Eher nicht, das wäre uns zu aufwändig“, meinten sie. Ein bisschen geschummelt wurde gestern indes auch: „Normaler“ Kakao, Milchreis und Joghurt gingen auch über den Tresen.

Info: Mensa

In der Mensa des Barmstedter Gymnasiums werden täglich (ab der ersten großen Pause bis etwa 14 Uhr) zwischen 40 und 80 Mahlzeiten ausgegeben. Jedes Essen kostet inklusive Suppe, Salat, Nachtisch und Selter drei Euro. Das Mensa-Team wird von Hauswirtschafterin Antje Vajen und Kerstin Weiß geleitet. Sie werden von drei bis vier Müttern unterstützt.

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