Barmstedt : Ein rollendes Museum am See

Auf Hochglanz poliert, stellten sich die Oldtimer am Rantzauer See den interessierten Blicken der Passanten.
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Auf Hochglanz poliert, stellten sich die Oldtimer am Rantzauer See den interessierten Blicken der Passanten.

Frühlingsausfahrt des Veteranen-Fahrzeug-Verbands: Barmstedter bestaunen 90 historische Autos und Motorräder .

shz.de von
14. April 2015, 10:00 Uhr

Barmstedt | Eines nach dem anderen, rollten am Sonntagmittag 35 Autos und 55 Motorräder auf den Rasen am Rantzauer See. Es war das „rollende Museum“, wie sich der Veteranen-Fahrzeug-Verband scherzhaft selbst nennt, der während seiner Frühlingsausfahrt für den Mittagsimbiss in Barmstedt Station machte. Bernd Penns vom Restaurant „Zum Bootssteg“ war allerdings nicht in seiner Küche zu finden, sondern mitten unter den Maschinen: Er ist selbst begeisterter Sammler, unter seinen Schätzen ist auch eine NSU Max als Gespann und im gleichen Alter wie er: „Mein Baujahr“, meinte er strahlend.

Und noch einer stand mit glänzenden Augen zwischen den blitzenden Karrosserien: der sechsjährige Maximilian. Er war eigentlich nur zum Familienspaziergang unterwegs, bestaunte dann aber vor allem eine Isetta und einen rassigen DKW F5 Sport-Roadster aus den 30er Jahren, der für den Korso den Weg von Dresden bis an die Elbe gefunden hatte. Maximilians Vater Stefan interessierte sich dagegen fachmännisch für einen alten Land Rover: „So einen habe ich auch in der Garage.“

Zu den fahrenden Kunstwerken, die man sonst nur stillgelegt im Museum sieht, gehörten rare Pretiosen der 30er-Jahre mit klingenden Namen wie Bugatti, Horch und Mercedes-Benz. Dazwischen standen kleine, offene Straßenflitzer mit feinen Speichenrädern, raketenförmige Rennwagen der ersten Rennpisten und automobile Nachkriegslegenden von Borgward, NSU, BMW und Porsche. Ein Veteran stach aus den Reihen von handpoliertem Lack heraus: Der über und über mit Aufklebern bedeckte 1932er Ford Rheinland von Klaus-Jürgen Gehrke. Ein wuchtiges Automobil, kein Kunstwerk von raffinierter Eleganz, sondern ein Arbeitstier, das Solidität ausstrahlt. Und lebt. „Rallye Hamburg – Shanghai“ liest man darauf, oder „Namibia“. 14  000 Kilometer ist der robuste Veteran vor kurzem quer durch Eurasien bis an die Pazifikküste gefahren. Und weil es so einen Spaß gemacht hat, hat er gleich noch 7000 Kilometer durch die Steppen und Wüsten Südafrikas drangehängt. Seine ansteckende Begeisterung teilt er mit den vielen neugierigen Barmstedtern, die die automobilen Schätze an ihrer Seepromenade begutachteten.

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