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„Seegarten“ in Barmstedt : Ein neuer Betreiber wird gesucht

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Restaurant am Rantzauer See wird im Internet zur Verpachtung angeboten. Ins angrenzende Hotel sollen Flüchtlinge einziehen.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Wie geht es mit dem Restaurant im „Seegarten“ weiter? Im Januar war bekannt geworden, dass der angrenzende Hotelbetrieb komplett eingestellt wurde, weil die Stadt in dem Gebäude am Rantzauer See Flüchtlinge unterbringen will. Im Gespräch mit shz.de hatte der Eigentümer später erklärt, dass das Restaurant in dieser Saison wieder öffnen werde. Doch ob und wann, ist jetzt fraglich: Denn für die Gaststätte werden neue Pächter gesucht.

Als „Restaurant mit See-Lage“ wird das Lokal im Internet bei Ebay-Kleinanzeigen von der Betriebsberatung für Hotellerie und Gastronomie in Kiel angepriesen. 2500 Euro pro Monat sollen die künftigen Pächter demnach für das „als Wintergarten konzipierte Restaurant“ mit etwa 180 Innen- und 100 Außenplätzen auf der Terrasse zahlen. Auch die Umgebung wird hervorgehoben: Der Seepark locke „insbesondere an den Wochenenden mehrere tausend Besucher in die Region. Ebenfalls war das Objekt in der Vergangenheit vor allem bei hochwertigen Veranstaltungen beliebt“, heißt es in dem Exposé, das den „Seegarten“ allerdings irrtümlich in Lutzhorn verortet. Als Bewerber werde ein „Fach-Ehepaar erwartet“, das bereit sei, „im Restaurant, auf der Terrasse und für die Festivitäten ein hochwertiges Angebot zu verwirklichen“.

Mit der Unterbringung der Flüchtlinge habe die Verpachtung nichts zu tun, betonte der Eigentümer des „Seegarten“. Er habe dem vorigen Restaurant-Pächter gekündigt und suche jetzt „einen vernünftigen neuen“, sagte er. Bislang hat die BBHG aber offenbar noch niemanden gefunden. Eine „Deadline“ für die Bewerbungen gebe es nicht, sagte der Geschäftsführer. „Wir suchen so lange, bis wir jemand Passenden haben.“

Dieses Schild hängt an der  Terrassentür des Restaurants.
Dieses Schild hängt an der Terrassentür des Restaurants. Foto: Meyer
 

Wie berichtet, sollen in den zwölf Einzel- und Doppelzimmern im Hotelbereich etwa 24 Flüchtlinge untergebracht werden. Die dafür notwendigen Umbauarbeiten seien abgeschlossen, sagte Fachamtsleiter Uwe Dieckmann auf Anfrage. „Theoretisch können wir die Zimmer sofort belegen.“ Eingezogen sei bislang dennoch niemand. „Wir können die Bedürftigen zurzeit noch woanders unterbringen“, so Dieckmann. Im „Seegarten“ sollen Familien unterkommen, sagte er. „Ich vermute, das wird eher Juni, Juli als März, April.“

Freie Kapazitäten

Da das Land den Kommunen zurzeit deutlich weniger Flüchtlinge zuweise als angekündigt, seien auch in Barmstedt Kapazitäten frei, erklärte Dieckmann. „Im Moment haben wir 88 Plätze, die wir sofort oder die in absehbarer Zeit belegen könnten.“ Finanziert würden die Mieten, die auch bei Leerstand anfallen, über die Integrationspauschalen, die der Bund den Kommunen für jeden Flüchtling überweist. Ab März werden sie von 1000 auf 2000 Euro pro Jahr erhöht.

Aktuell werden in Barmstedt laut Dieckmann 112 Flüchtlinge betreut. Bis zum Jahresende könnten der Stadt nach der jüngsten Prognose des Landes etwa 340 weitere zugewiesen werden. Die Zahlen schwanken allerdings stark.

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