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Bis zur Erschöpfung gekämpft : Ein Nachwuchsfeuerwehrmann und der erste große Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Lukas Bergmann aus Bokholt-Hanredder erzählt von seinen Erfahrungen.

Bokholt-Hanredder | Für Lukas Bergmann aus Bokholt-Hanredder war der 7. Januar dieses Jahres ein Mittwoch wie jeder andere. Zuhause wollte der junge Feuerwehrmann den Tag langsam ausklingen lassen. Als er den Alarm seines Piepers hörte, war es mit der Normalität für die nächsten zwölf Stunden vorbei. „Ich war noch eine halbe Minute zu Hause“, erzählt er. Dann radelte er innerhalb einer Minute zur Wache der Bokholter Wehr und war nach fünf Minuten angezogen und bereit für den Einsatz.

Zu Anfang des Jahres 2014 hatte Bergmann in der Bokholter Wehr als Anwärter begonnen; während der Jahreshauptversammlung vor etwa vier Wochen war er offiziell verpflichtet worden. Das Feuer an der Bokholter Straße am 7. Januar war sein erster größerer Einsatz.

„Man bekommt mit der Alarmierung eine ganz kurze Info, worum es sich handelt“, berichtet der junge Erwachsene. Trotzdem: „Man hat überhaupt keine Vorstellung davon, welche Ausmaße das Feuer hat.“ Während seines Anwärter-Jahres habe er einige Lehrgänge besucht, so Bergmann weiter. „Auf dem Weg zum Einsatzort sind mir dann nur die Aufgaben durch den Kopf geschossen, die ich habe“, sagt er.

Zu Beginn habe er dabei mitgeholfen, den ersten Angriff aufzubauen, anschließend habe er die anderen Kameraden unterstützt, so Bergmann weiter. „Es war ein tolles Gefühl, helfen zu können.“ Dass der Löschvorgang aber mehr als zwölf Stunden dauerte, damit habe er nicht gerechnet. „Bei den Einsätzen zuvor war ich innerhalb einer Stunde wieder zu Hause“, berichtet der 18-Jährige. Da er am nächsten Tag wieder zur Schule musste und auch noch kein Atemschutzgerät tragen konnte, war er zwischen 2 und 2.30 Uhr wieder zu Hause. „Ich war richtig fertig. Durch das ganze Adrenalin kann man danach auch nur schwer zur Ruhe kommen.“

Lukas Bergmann (Foto: Uthoff)
Lukas Bergmann (Foto: Uthoff)
 

Eine Jugendwehr habe er nicht durchlaufen, so Bergmann: „Die Feuerwehr war ein Kindheitstraum, den ich immer nach hinten verschoben habe“, erzählt er. Als Anwärter sei er gleich „super“ in die Bokholter Wehr aufgenommen worden. „Ich habe mich dann entschieden, darüber hinaus weiterzumachen, und möchte auch in der Bokholter Wehr bleiben.“

Wie wichtig neue Mitglieder für die Bokholter Brandbekämpfer sind, betont Wehrführer Jörn Witt. „Wir brauchen diesen Nachwuchs“, sagt er. Mit 18 Jahren sei Bergmann volljährig und werde auch direkt eingesetzt.

Die Situation im Nachwuchsbereich sieht Witt positiv. „In Bokholt könnten wir ein paar mehr haben, aber es sieht ganz gut aus“, berichtet er. Anders sei die Lage bei der aktiven Wehr: „Da sind wir definitiv zu wenig“, so Witt. 32 Brandbekämpfer stünden zur Verfügung, 40 bis 43 sollten es bei einer Gemeinde der Größe Bokholt-Hanredders schon sein, sagt er.

Die Freiwillige Feuerwehr Bokholt-Hanredder sucht Verstärkung für die aktive Wehr. Immer am ersten Montag im Monat treffen sich die Brandbekämpfer um 20 Uhr zu ihrem Dienstabend. Wer Interesse habe, könne gern vorbeischauen, so Wehrführer Jörn Witt. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet. www.feuerwehr-bokholt-hanredder.de
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erstellt am 19.Feb.2015 | 14:00 Uhr

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