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Barmstedt / Bokel : Ein kunstvolles Geschenk für die Schlossinsel

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Eingangsbereich soll verschönert werden: Künstlerin Karin Weißenbacher schenkt der Stadt eine mehrteilige Installation.

Barmstedt/Bokel | Der Eingang zur Barmstedter Schlossinsel erhält ein neues Gesicht: Auf der Fläche vor dem Gerichtsschreiberhaus will Karin Weißenbacher die Skulptur „Über den Wolken“ installieren. Die Künstlerin, die seit 20 Jahren die Galerie auf der Insel betreibt, will der Stadt das mehrteilige Objekt – dessen Wert sie mit 25.000 Euro beziffert – zum 875. Geburtstag schenken. Damit die Installation überhaupt aufgestellt werden darf, hatten zuvor die Politik und die Denkmalschutzbehörde ihr Okay geben müssen.

Ein Vorteil der Skulpturen wäre, dass der Komposthaufen und das WC-Schild vor dem Gerichtsschreiberhaus entfernt werden würden, sagte Weißenbacher im Kulturausschuss. „Das Schild ist vielen Besuchern der Insel ein Dorn im Auge“, berichtete sie. Offenbar nicht nur ihnen: Auch Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) erklärte, „den Kompost und das Schild hätte ich da gern weg“. Da der Stadt zudem bis auf die Arbeit für den Bauhof, der die Fläche für die Installation vorbereiten wird, keine Kosten entstehen würden, stimmten alle Politiker dem Vorhaben zu. Auch die Denkmalschutzbehörde habe ihr Einverständnis gegeben, sagte Weißenbacher gestern. Das war notwendig, weil die größte der fünf Stelen 40 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden muss.

Während der Komposthaufen zwischenzeitlich beseitigt wurde, steht dem Kunstwerk nun noch eine marode Erle im Weg. Da der Bauhof sie wegen ihrer Größe nicht fällen könne, habe die Verwaltung eine Fremdfirma angefragt, sagte Fachamtsleiterin Ulrike Karvink gestern. „Ich gehe davon aus, dass der Baum spätestens Ende des Jahres weg ist.“ Das hofft Weißenbacher sehr – die Skulpturen sind nämlich fast fertig. „Ich fahre jeden Tag nach Bokel und arbeite an ihnen.“

Dort erhebt sich, auf einer idyllischen, abgeschiedenen Wiese, in etwa vier Metern Höhe ein knuffiger weißer Vogel auf einer Granitstele. Einer propperen Taube ähnlich, verbreitet er mit seinem in die Ferne schweifenden Blick eine behagliche Atmosphäre. Nur die Kühe schauen ab und an vorbei. Die luftigen Wolkengebilde fertigt Weißenbacher aus Faserbeton. Die oberste, farblich gebrochene Schicht besteht aus mineralisch gebundenem Granitsplit.

Die Schlossinsel Rantzau wurde der Stadt vor 30 Jahren vom Land geschenkt. Auch das dortige Café Schlossgefängnis feiert 30. Geburtstag. Der Künstler Freddy Rode war Galerist und Betreiber des Cafés. Er hatte sich damals für die Belebung der Schlossinsel mit Künstlern im Gerichtsschreiberhaus eingesetzt und der Stadt eine Liste mit Vorschlägen unterbreitet. So nahmen nach einem kurzzeitigen Wirken des Künstlers „POM“ die Künstler Michael Krautzig, Matthias Göhrig und Norbert Jensen dort 1991/92 ihre Arbeit auf und kreierten den Namen „Galerie III“. Seit 1994 ist auch Künstlerin Karin Weißenbacher in der Galerie tätig. Rode, der auf der Schlossinsel auch den bekannten Mittelaltermarkt eingeführt hatte, gab das Café nach 25 Jahren an Karin Herbst ab.
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erstellt am 30.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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