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Barmstedter Zeitung

17. Dezember 2017 | 06:02 Uhr

Barmstedt : Ein Jahr Einsatz für die Fitness

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Pascal Wefer kämpft seit 2014 für ein paar Reckstangen am Rantzauer See. Ende des Jahres sollen sie aufgebaut werden.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Pinneberg hat vor kurzem seinen Trimm-Dich-Pfad aufgerüstet. In Hamburg trainieren zahlreiche Freizeitsportler an Fitnessgeräten, die im Stadtpark und an der Alster stehen. „Nur in Barmstedt gibt es sowas leider nicht“, sagt Pascal Wefer. Das wollte der 27-Jährige – selbst begeisterter Sportler – ändern. Im vorigen Herbst hatte er im Internet die Sportart „Calisthenics“ entdeckt, bei der die Athleten eine einfache Reckstangen als Basisgerät für Krafttraining nutzen. Das habe ihn so fasziniert, dass er  es unbedingt selbst ausprobieren wollte, sagt Wefer. Und da er dafür nicht immer ins Fitness-Studio nach Elmshorn fahren wollte, begab er   sich in Barmstedt auf die Suche nach „simplen Reckstangen“.

„Ich bin die Spielplätze in und um Barmstedt abgefahren und musste feststellen, dass es die Reckstangen, wie ich sie aus meiner Schulzeit kannte, nicht mehr gibt, und der Trimm-dich-Pfad wegen seines Alters und des Unfallrisikos abgerissen wurde“, berichtet Wefer. Da auch mehrere Freunde von seiner Idee angetan gewesen seien, wandte er sich im Spätherbst an die Verwaltung: Ob die Stadt nicht wieder ein paar Reckstangen aufstellen könne, um auch für junge Menschen attraktiver zu werden, schlug er vor. „Am besten am Rantzauer See, denn da kommen die meisten Leute vorbei.“ Er sei auf offene Ohren gestoßen, so Wefer. „Nachdem ich dem zuständigen Mitarbeiter ein paar Videos von der Sportart gezeigt hatte, hat er mir begeistert zugesagt, dass er mein Vorhaben unterstützen würde“, berichtet er.

So war es auch: Nur 24 Stunden später habe er die Nachricht erhalten, dass die Verwaltung für rund 1500 Euro drei Reckstangen gekauft habe und der Bauhof sie im Frühjahr 2015 aufstellen werde, so Wefer. Doch als er im Frühjahr nachfragte, ging es plötzlich nicht mehr voran: Der zuständige Mitarbeiter war für längere Zeit erkrankt, und „ansonsten fühlte sich keiner angesprochen“. Nach weiteren zwei Monaten und mehreren Telefonaten habe ihm die Verwaltung mitgeteilt, dass es mit dem favorisierten Standort – der Wiese gegenüber dem Kinderspielplatz – „diverse Probleme“ gebe: Die Stangen dürften nicht zu nah an den Spielplatz gebaut werden, und die Fläche gehöre nicht der Stadt, sondern den Landesforsten.

Doch obwohl er allmählich nicht mehr daran glaubte, dass die Stangen noch jemals aufgebaut werden würden – ganz aufgeben wollte Wefer noch nicht. Anfang dieser Woche erkundigte er sich erneut nach dem Stand der Dinge – und erfuhr, dass die Reckstangen voraussichtlich Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres aufgebaut werden sollen. „Der Bauhof ist wegen der vielfachen Zusatzbelastungen im Jubiläumsjahr noch nicht in der Lage, die Umsetzung vorzunehmen“, teilte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Er hoffe nun, dass die Stadt ihr Versprechen einlöse und die Reckstangen Jugendliche animierten, Sport zu treiben, sagt Wefer. „Wenn sie sehen, was für Übungen man daran machen kann, bekommen sie vielleicht auch Lust“, hofft er – zumal es nichts koste. Und man muss sich ja nicht gleich wie die Profis in waagerechter Haltung an der Stange halten – ein paar Klimmzüge tun es für den Anfang sicher auch...

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